Gunnar Geller – Fotograf – Hamburg – Berlin – 0171 / 64 10 500

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27. September 2013
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„DAS NEUE it girl!“ oder „Klein einstein“?

SchulfotosWer Kinder hat, ist an grauenvolle Bilderware gewöhnt, in der Regel einmal jährlich, vom ersten Kindergartenjahr an. Es ist ein hart umkämpfter Markt und das Geschäft ist sicherlich nicht sonderlich profitabel, darum sind die Kollegen, die diesen Bereich beackern, gezwungen, die Jobs ruckzuck runterzureißen. Es soll halt möglichst nichts kosten, aber gleichzeitig viel hermachen: Verzweifelte Bemühungen, die Konkurrenz auszustechen. Besonders scheußliche Ergebnisse zeitigt die in den letzten Jahren vermehrt eingesetzte Greenscreen-Technik.

So etwas Furchtbares wie das hier, habe ich aber noch nie gesehen.

27. September 2013
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So oder so?

Stumph

Ich gelte und erlebe mich selbst gemeinhin als entscheidungsfreudig. Bei dem gestrigen Fototermin mit Stephanie Stumph konnte ich mich aber partout nicht entscheiden: Ist’s besser mit oder ohne Lampe hinten? Also habe ich beide Varianten fotografiert. Und jetzt starre ich auf den Bildschirm und weiß immer noch nicht, was mir besser gefällt.

Die Aufnahmen entstanden anlässlich der Vorstellung der ZDF-Produktion „Das Mädchen mit dem indischen Smaragd“ bei Shalimar in Hamburg.

25. September 2013
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Weswegen Fotograf?

Bei jedem Job, den ich bisher hatte, selbst bei den gutbezahlten, (…) fehlten mir zwei Dinge, die ich bei einem ordenlichen Leben für völlig unverzichtbar halte: nämlich – bitte Bleistift bereit halten und mitschreiben – nur für sich selbst zu arbeiten und nicht für jemand anderen und zweitens: Auch wenn man nicht jeden Tag viel Geld verdienen kann, muss man einen Beruf haben, der wenigstens manchmal viel einbringt.

Es ist, mit anderen Worten, grässlich, ohne jede Hoffnung leben.

Deswegen bin ich von Beruf Fotograf.

 

Ein Zitat aus „Absolute Beginners“ einem Stück früher Popliteratur aus den späten Fünfzigern, von Colin McInnes. Wäre  ein schönerer Startschuss für dieses Blog gewesen als das hier.

25. September 2013
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Zustandsbeschreibung

Bildschirmfoto 2013-09-25 um 11.04.24

Eigentlich ist es kein schönes Thema für den ersten Beitrag an dieser Stelle, aber Wolfgang Michal hat bei Carta vor ein paar Tagen eine sehr treffende Beschreibung der sich drastisch verändernden Bedingungen meines Berufes veröffentlicht.

Ihm ging es eigentlich um das Urheberrecht, der Text ist als Anstoß gedacht, noch einmal darüber nachzudenken, welche Veränderungen des Urheberrechts sinnvoll sein könnten, um Kreative in digitalen Zeiten zu unterstützen. Die Lage von uns Fotografen dient als Beispiel für Verhältnisse, in denen ein professionelles Arbeiten immer weniger möglich ist.

Er beschreibt den Wertverfall von Fotografie durch die Bereitschaft von Massen von Amateuren ihre Bilder fast oder tatsächlich zu verschenken, bei Scoopshot, bei Flickr, bei Facebook und bei all den Microstock-Agenturen wie iStockphoto, bei denen es Bildrechte für ’nen Appel und’n Ei gibt. Der Markt werde den Profis auch von Zahnärzten streitig gemacht, „die im Urlaub ihre semiprofessionellen Fotoausrüstungen in der Wüste Gobi austesten und 3000 Bilder mit nach Hause bringen; es sind deren Kinder, die mit Hilfe leistungsfähiger Bildbearbeitungsprogramme aus den mittelmäßigen Aufnahmen ihrer Väter professionelle Spitzenfotos zaubern.“

Und: „Das alte Kennzeichen der Professionalität – die kompetente Kontrolle der Randbedingungen (Situation, Wetter, Licht etc.) und der perfekte Einsatz der erworbenen Fähigkeiten im Moment der Aufnahme – ist abgelöst durch das Glück, im richtigen Moment am richtigen Ort auf den Auslöser zu drücken. Den Rest – die Bild-Optimierung – besorgt die Nachbearbeitung am Computer.“

So sieht’s aus. Dazu kommen die stetig zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten unserer Auftraggeber in der Printbranche und die nach wie vor bescheidenen Möglichkeiten, im Netz ausreichende Erlöse zu erzielen. Und ich fürchte, dass auch ein noch so ausgeklügeltes gutes Urheberrecht kaum Wirkung haben wird angesichts der grundsätzlich veränderten Marktbedingungen.

Ich will nicht jammern, in meiner kleinen Nische funktioniert es noch, warum auch immer und ich hoffe, dass das auch noch ein Weilchen so weitergeht. Für freie Schreiber sieht es außerdem, so scheint mir, noch düsterer aus.

Aber ich rate dennoch jedem, der mit dem Gedanken spielt, in diesen Beruf einzusteigen, dringend davon ab.