Schau! Mich! An!
7. Mai 2010 - 08:51 UhrSo gefällt mir prinzipielle Kritik am Medium Fernsehen. Video von Beth Fulton. Ich bin bei Thomas Knüwer drüber gestolpert.
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So gefällt mir prinzipielle Kritik am Medium Fernsehen. Video von Beth Fulton. Ich bin bei Thomas Knüwer drüber gestolpert.
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Das beste der Welt. Lange nicht mehr so gelacht am Kiosk. Ankündigung der “Titelstory” auf dem Cover der aktuellen TV Spielfilm.
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Wahrscheinlich nervt es mich vor allem so sehr, weil ich es einfach nicht verstehe. Lauter mir bekannte, eigentlich völlig zurechnungsfähige Menschen, deren Ansichten und Geschmack ich respektiere, verbringen den Sonntagabend auf die gleiche Weise, auch wenn sie sonst absolut nichts eint. Nämlich vor dem Fernseher, wenn “Tatort” läuft.
Ich selber kann über die Endlosserie nichts schreiben, da ich nie mehr als zehn Minuten zugucken ertrage. Es fehlen mir die Kenntnisse für einen fundierten Verriss und daran möchte ich auch gar nichts ändern.

Wenn einer wie Salinger stirbt, erscheint eine Flut von Nachrufen, in denen in der Regel nichts Neues steht, schlimmstenfalls Blödsinn wie: “Wir vermissen seit heute Jerome D. Salinger.” Wie kann man den unsichtbaren, seit Jahrzehnten verstummten Autoren vermissen? Jedenfalls haben 2010 sogar die Leser der Bildzeitung erfahren, dass es da diesen Schriftsteller gab, dessen Hauptwerk “Kult” sei. Und “es ist der erfolgreichste Roman des 20. Jahrhunderts: 25 Millionen mal verkauft”, schreibt Bild. Tatsächlich wurde der “Fänger im Roggen” laut Wikipedia sogar 65 Millionen Mal verkauft, was ihn aber trotzdem nicht zum bestverkauften Roman des Jahrhunders macht: Tolkien liegt sowohl mit dem “Herrn der Ringe” (150 Millionen) als auch mit dem “Hobbit” (100 Millionen) weiter vorn und selbst “Der kleine Prinz” (80 Millionen) und Agatha Christies “Zehn kleine Negerlein” (100 Millionen) haben mehr verkauft. Das Harry-Potter-Finale kommt übrigens erst ein ganzes Stück weiter unten in der Liste, mit 44 Millionen Exemplaren. Aber eigentlich wollte ich hier gar nicht Bildblog spielen, sondern auf dreierlei Fragen kommen, die mir beim Lesen der ganzen Nachrufe teils wieder und teils erstmals in den Sinn gekommen sind. Nein, die Fragen spar ich mir, hier sind die Antworten.
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“Ich wünsche mir von Popmusik-Texten alles, nur nicht, daß sie ‘authentisch’ sind. Ich wünsche mir von Popmusiktexten das ziemliche Gegenteil: Ich wünsche mir stilvollen Blödsinn und ausgedachten Unfug, der sich anhört, als sei er ein bisschen mehr: ‘Papa’s got a brand new bag’. ‘Are we human or are we dancer?’. ‘Sing this corrosion to me’. So etwas.”
Eric Pfeil in seinem aktuellen Poptagebucheintrag. Kann man dem Mann bitte ganz schnell die Chefredaktion eines der noch existierenden Musikmagazine übertragen?
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An mir war das völlig vorbeigegangen, erst durch diesen Artikel auf der Medienseite der FAZ bin ich am Samstag auf ein beeindruckendes Zeitungsprojekt aufmerksam geworden.
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Hierzulande nehmen die Diskussionen über journalistische Bezahlinhalte als i-Phone-Apps groteske Ausmaße an, es wird einem Angst und Bange, wenn die großen Verlagshäuser alle ihre Hoffnungen in die paar Euro setzen, die über solche Abos für das mobile Miniaturgerät zu erwirtschaften sind, zumal die sonstigen Versuche mit digitalen Ausgaben Geld zu verdienen völlig perspektivlos sind, etwa das WAMS eMag oder die kürzlich schmollend heruntergelassenen Bezahlschranken vor lokalen Onlineangeboten, hinter denen sich unverändert bescheuerte Klickstrecken verbergen. Damit ist weder bei Lesern noch bei Werbekunden ein Blumentopf zu gewinnen. Gleichzeitig geht es auf dem Printmarkt immer weiter bergab und nichts deutet auf eine Erholung hin. Ich habe mich als Leser und als freiberuflicher Fotograf und Schreiber allmählich auf dauerhaft finstere Zeiten eingestellt, auf Zeiten, in denen für Journalismus, der die Bezeichnung verdient und für exklusiv hergestellte Fotos nirgendwo mehr Geld übrig ist. Und dann kommt so eine Präsentation wie die hier daher und alles schaut gleich ganz anders aus:

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Oha. Eric Pfeil mal wieder, der es fast schafft, einem die Retrorocker sympatisch zu machen. Nur wo die überhaupt herkommen, vergisst er zu erwähnen (Schweden).
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Maximilian Buddenbohm schreibt sowieso schon das lustigste Blog, das ich kenne. Und zwar Blog im Sinne von Blog: Alltagsanekdoten, wobei der Alltag vor allem ein familiärer ist, fast immer tauchen die titelgebende “Herzdame” oder “Sohn I” und “Sohn II” auf. Manchmal fabriziert er aber auch längere Stücke über ferner zurückliegende Kindheits- und Jugenderlebnisse. Dieser Text hier beschreibt einen Ausflug in das Lübecker Nachtleben der Achtziger Jahre. Die trockene, im Detail faszinierend genaue Schilderung des einsamen abendlichen Ausgehelends steigert sich zu wahrhafter Hochkomik, wenn das rothaarige Mädchen zu Schaden kommt und schließlich das Getanze zu “Tainted Love” abrupt endet, als nämlich dem jugendlichen Helden demonstriert wird, “was Punk ist”. Unfassbar komisch ist das. Da spielt er in der selben Liga wie Sven Regener.

Seit August gibt es bereits eine neue, täglich erscheinende Comicserie vom wunderbaren hyperproduktiven Lewis Trondheim. Jetzt habe auch ich das mitbekommen. “Bludzee” wurde nicht für das Netz (und für das iPhone) adaptiert, sondern dafür konzipiert. Die gelungenste Online-Präsentation von Comics, die ich bislang zu sehen bekommen habe.
Ein Jahr lang wird im bewährt reduzierten Stil von einer Katze erzählt, die allein in einer Hochhauswohnung haust und über Facebook zur Außenwelt Kontakt hat. Es geht erst um kleine Alltagsabenteuer, um Fliegen (eklig) und um Hundebesuch (gefährlich), dann entspinnt sich aber langsam eine veritable Kriminalhandlung. Könnte auch sein, dass in zukünftigen Folgen Aliens ins Spiel kommen, bei Trondheim ist alles möglich. Man kann zwischen neunzehn Sprachen wählen, nur sind die übersetzten Textstückchen leider in der deutschen Fassung nicht handgelettert. Auf französisch, englisch und spanisch sieht es viel besser aus.
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Die sympatischste und komischste Selbstdarstellung einer Redaktion, wo gibt. Toll fotografiert von Christian Spielmann.
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Ich bin Fotograf. Das ist eindeutig besser, als zu arbeiten.
Jahrelang habe ich verbreitet, dass das ein Zitat aus “Absolute Beginners“, dem Roman von Colin McInnes aus den späten Fünfzigern sei. Völliger Quatsch, wie ich jetzt feststellen musste: Ich habe in meiner alten deutschen KiWi-Ausgabe nachgeschaut und bin nicht fündig geworden. Offenbar habe ich mich schlecht erinnert, trotzdem zitiert und meine Version so oft wiederholt, bis ich nicht mehr den leisesten Zweifel daran hatte, dass die Sätze so im Buch stünden.
Tatsächlich steht da:
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Eine der vielen Kleinigkeiten, für die ich das Feuilleton der FAS liebe.
“ripe” ist Peter Richter, der Heavy-Metal-hörende kunstverständige Schreiber aus dem Osten, der seit dem Neustart auch in der Harald-Schmidt-Mannschaft spielt.
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