Schöne Worte


Schau! Mich! An!

7. Mai 2010 - 08:51 Uhr

So gefällt mir prinzipielle Kritik am Medium Fernsehen. Video von Beth Fulton. Ich bin bei Thomas Knüwer drüber gestolpert.

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Gut zu wissen

20. April 2010 - 11:29 Uhr

Deutsches_Fernsehen096

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Das beste der Welt. Lange nicht mehr so gelacht am Kiosk. Ankündigung der „Titelstory“ auf dem Cover der aktuellen TV Spielfilm.

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„Entertainment value: close to zero“

1. März 2010 - 12:30 Uhr

tatort

Wahrscheinlich nervt es mich vor allem so sehr, weil ich es einfach nicht verstehe. Lauter mir bekannte, eigentlich völlig zurechnungsfähige Menschen, deren Ansichten und Geschmack ich respektiere, verbringen den Sonntagabend auf die gleiche Weise, auch wenn sie sonst absolut nichts eint. Nämlich vor dem Fernseher, wenn „Tatort“ läuft.

Ich selber kann über die Endlosserie nichts schreiben, da ich nie mehr als zehn Minuten zugucken ertrage. Es fehlen mir die Kenntnisse für einen fundierten Verriss und daran möchte ich auch gar nichts ändern.

Aber Freude bereitet es mir, wenn jemand anderes weniger Hemmungen hat. Wash Echte, der seit über einem Jahr unter dem Titel „Ich werde ein Berliner – How to blend in wiz ze Germans“ sich schön polemisch über uns lustig macht, war bei einer „Tatort Party“ und schreibt über die „teutonic version of “Law & Order”:

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Ein toter Salinger und drei Antworten

1. Februar 2010 - 16:32 Uhr

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Wenn einer wie Salinger stirbt, erscheint eine Flut von Nachrufen, in denen in der Regel nichts Neues steht, schlimmstenfalls Blödsinn wie: „Wir vermissen seit heute Jerome D. Salinger.“ Wie kann man den unsichtbaren, seit Jahrzehnten verstummten Autoren vermissen? Jedenfalls haben 2010 sogar die Leser der Bildzeitung erfahren, dass es da diesen Schriftsteller gab, dessen Hauptwerk „Kult“ sei. Und „es ist der erfolgreichste Roman des 20. Jahrhunderts: 25 Millionen mal verkauft“, schreibt Bild. Tatsächlich wurde der „Fänger im Roggen“ laut Wikipedia sogar 65 Millionen Mal verkauft, was ihn aber trotzdem nicht zum bestverkauften Roman des Jahrhunders macht: Tolkien liegt sowohl mit dem „Herrn der Ringe“ (150 Millionen) als auch mit dem „Hobbit“ (100 Millionen) weiter vorn und selbst „Der kleine Prinz“ (80 Millionen) und Agatha Christies „Zehn kleine Negerlein“ (100 Millionen) haben mehr verkauft. Das Harry-Potter-Finale kommt übrigens erst ein ganzes Stück weiter unten in der Liste, mit 44 Millionen Exemplaren. Aber eigentlich wollte ich hier gar nicht Bildblog spielen, sondern auf dreierlei Fragen kommen, die mir beim Lesen der ganzen Nachrufe teils wieder und teils erstmals in den Sinn gekommen sind. Nein, die Fragen spar ich mir, hier sind die Antworten.

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Pfeil mal wieder

18. Januar 2010 - 16:38 Uhr

„Ich wünsche mir von Popmusik-Texten alles, nur nicht, daß sie ‚authentisch‘ sind. Ich wünsche mir von Popmusiktexten das ziemliche Gegenteil: Ich wünsche mir stilvollen Blödsinn und ausgedachten Unfug, der sich anhört, als sei er ein bisschen mehr: ‚Papa’s got a brand new bag‘. ‚Are we human or are we dancer?‘. ‚Sing this corrosion to me‘. So etwas.“

Eric Pfeil in seinem aktuellen Poptagebucheintrag. Kann man dem Mann bitte ganz schnell die Chefredaktion eines der noch existierenden Musikmagazine übertragen?

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Das gibt’s nur einmal

18. Januar 2010 - 13:22 Uhr

panorama

An mir war das völlig vorbeigegangen, erst durch diesen Artikel auf der Medienseite der FAZ bin ich am Samstag auf ein beeindruckendes Zeitungsprojekt aufmerksam geworden.

Tausendsassa Dave Eggers hat im von ihm gegründeten Verlag McSweeney’s das „San Francisco Panorama“ herausgebracht, eine einmalig erscheinende Zeitung, die in Zeiten des Niedergangs demonstrieren soll, zu was dieses Medium alles fähig ist, vor allem im Vergleich zu Onlinemedien. Im größtmöglichen Format (entspricht ungefähr den Maßen der „Zeit“) und auf 112 Seiten plus zwei voluminösen Beilagen (Magazin und Literaturbeilage) werden klassische Reportagen und alle möglichen anderen journalistischen und fiktionalen Formen ohne irgendwelche Beschränkungen so großzügig  gestaltet hingeknallt, wie man Zeitungsseiten noch nie gesehen hat. Falls der Eindruck, den die Beispielseiten machen, nicht trügt. Besondere Freude macht mir, dass auch zahlreiche Comics enthalten sind, gezeichnet und geschrieben von den größten Meistern der Kunst: Chris Ware, Art Spiegelman, Dan Clowes, Adrian Tomine, Seth – alle sind sie dabei. Unter den Autoren finden sich ebenso eine Menge Namen, die Anlass zu höchsten Erwartungen geben: Miranda July, Nicholson Baker, Roddy Doyle, Michael Chabon und und und …

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Licht am Ende des Dings

4. Januar 2010 - 23:54 Uhr

Hierzulande nehmen die Diskussionen über journalistische Bezahlinhalte als i-Phone-Apps groteske Ausmaße an, es wird einem Angst und Bange, wenn die großen Verlagshäuser alle ihre Hoffnungen in die paar Euro setzen, die über solche Abos für das mobile Miniaturgerät zu erwirtschaften sind, zumal die sonstigen Versuche mit digitalen Ausgaben Geld zu verdienen völlig perspektivlos sind, etwa das WAMS eMag oder die  kürzlich schmollend heruntergelassenen Bezahlschranken vor lokalen Onlineangeboten, hinter denen sich unverändert bescheuerte Klickstrecken verbergen. Damit ist weder bei Lesern noch bei Werbekunden ein Blumentopf zu gewinnen. Gleichzeitig geht es auf dem Printmarkt immer weiter bergab und nichts deutet auf eine Erholung hin. Ich habe mich als Leser und als freiberuflicher Fotograf und Schreiber allmählich auf dauerhaft finstere Zeiten eingestellt, auf Zeiten, in denen für Journalismus, der die Bezeichnung verdient und für exklusiv hergestellte Fotos nirgendwo mehr Geld übrig ist. Und dann kommt so eine Präsentation wie die hier daher und alles schaut gleich ganz anders aus:

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Lustige Verwünschung

10. Dezember 2009 - 10:51 Uhr

pfeil

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Ohne falsche Zurückhaltung wirft er dreist die Musik seiner Helden (…) zusammen und macht daraus hysterischen, überbordenden Partykeller-Rock, der vor allem von jungen Menschen gehört wird, die mit den Originalen nicht so viel anfangen können: durchgeschwitzte Rockpalast-Musik für iPod-Mädchen. Aber wer das den Mädchen oder Moneybrother zum Vorwurf machen will, soll von seinem Plattenregal erschlagen werden.

Oha. Eric Pfeil mal wieder, der es fast schafft, einem die Retrorocker sympatisch zu machen. Nur wo die überhaupt herkommen, vergisst er zu erwähnen (Schweden).

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“Weißt du, was Punk ist?”

1. Dezember 2009 - 00:41 Uhr

Herzdame

Maximilian Buddenbohm schreibt sowieso schon das lustigste Blog, das ich kenne. Und zwar Blog im Sinne von Blog: Alltagsanekdoten, wobei der Alltag vor allem ein familiärer ist, fast immer tauchen die titelgebende „Herzdame“ oder „Sohn I“ und „Sohn II“ auf. Manchmal fabriziert er aber auch längere Stücke über ferner zurückliegende Kindheits- und Jugenderlebnisse. Dieser Text hier beschreibt einen Ausflug in das Lübecker Nachtleben der Achtziger Jahre. Die trockene,  im Detail faszinierend genaue Schilderung des einsamen abendlichen Ausgehelends steigert sich zu wahrhafter Hochkomik, wenn das rothaarige Mädchen zu Schaden kommt und schließlich das Getanze zu „Tainted Love“ abrupt endet, als nämlich dem jugendlichen Helden demonstriert wird, „was Punk ist“. Unfassbar komisch ist das. Da spielt er in der selben Liga wie Sven Regener.

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Strichkatze digital

17. November 2009 - 16:15 Uhr

Bludzee

Seit August gibt es bereits eine neue, täglich erscheinende Comicserie vom wunderbaren hyperproduktiven Lewis Trondheim. Jetzt habe auch ich das mitbekommen. „Bludzee“ wurde nicht für das Netz (und für das iPhone) adaptiert, sondern dafür konzipiert. Die gelungenste Online-Präsentation von Comics, die ich bislang zu sehen bekommen habe.

Ein Jahr lang wird im bewährt reduzierten Stil von einer Katze erzählt, die allein in einer Hochhauswohnung haust und über Facebook zur Außenwelt Kontakt hat. Es geht erst um kleine Alltagsabenteuer, um Fliegen (eklig) und um Hundebesuch (gefährlich), dann entspinnt sich aber langsam eine veritable Kriminalhandlung. Könnte auch sein, dass in zukünftigen Folgen Aliens ins Spiel kommen, bei Trondheim ist alles möglich. Man kann zwischen neunzehn Sprachen wählen, nur sind die übersetzten Textstückchen leider in der deutschen Fassung nicht handgelettert. Auf französisch, englisch und spanisch sieht es viel besser aus.

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Spielmann spielt

13. November 2009 - 14:10 Uhr

extra3

Die sympatischste und komischste Selbstdarstellung einer Redaktion, wo gibt. Toll fotografiert von Christian Spielmann.

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9.11., Nachschlag

10. November 2009 - 23:57 Uhr

Das Bundeskriminalamt sucht dringend nach Personen, die bisher noch nicht öffentlich erklärt haben, wo sie sich am 9. November 1989 aufgehalten und was sie dabei empfunden haben.

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Zipperts Gezappe gibt’s jetzt übrigens auch als Buch.

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Vermeintliches Lieblingszitat

28. Oktober 2009 - 20:27 Uhr

beginners

Ich bin Fotograf. Das ist eindeutig besser, als zu arbeiten.

Jahrelang habe ich verbreitet, dass das ein Zitat aus „Absolute Beginners„, dem Roman von Colin McInnes aus den späten Fünfzigern sei. Völliger Quatsch, wie ich jetzt feststellen musste: Ich habe in meiner alten deutschen KiWi-Ausgabe nachgeschaut und bin nicht fündig geworden. Offenbar habe ich mich schlecht erinnert, trotzdem zitiert und meine Version so oft wiederholt, bis ich nicht mehr den leisesten Zweifel daran hatte, dass die Sätze so im Buch stünden.

Tatsächlich steht da:

Bei jedem Job, den ich bisher hatte, selbst bei den gutbezahlten, (…) fehlten mir zwei Dinge, die ich bei einem ordenlichen Leben für völlig unverzichtbar halte: nämlich – bitte Bleistift bereit halten und mitschreiben – nur für sich selbst zu arbeiten und nicht für jemand anderen und zweitens: Auch wenn man nicht jeden Tag viel Geld verdienen kann, muss man einen Beruf haben, der wenigstens manchmal viel einbringt. Es ist, mit anderen Worten, grässlich, ohne jede Hoffnung leben.

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Die Schönheit von Wiederholungen

27. Oktober 2009 - 23:31 Uhr

ripe049

Eine der vielen Kleinigkeiten, für die ich das Feuilleton der FAS liebe.

„ripe“ ist Peter Richter, der Heavy-Metal-hörende kunstverständige Schreiber aus dem Osten, der seit dem Neustart auch in der Harald-Schmidt-Mannschaft spielt.

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