Musik


You Keep Me Hangin‘ On (4-5)

26. März 2012 - 09:23 Uhr

Eine sehr liebevoll aus „Mad Men“-Schnipseln zusammengebaute Version von „You Keep Me Hangin‘ On, gesprochen zum originalen Motown-Arrangement:

Co-Urheberin Elisa Kreisinger wurde von ihren „gemischten Gefühlen“ gegenüber den „retrosexuellen Frauenrollen“ der TV-Serie motiviert, schreibt sie in ihrem Blog. So wird „You Keep Me Hangin‘ On“ auf seine alten Tage auch noch zum feministischen Protestsong. Hoffentlich dulden die Rechteinhaber diese charmante Piraterie.

Und hier noch eine pompöse Version vom London Symphony Orchestra, die für meinen Geschmack die Grenze zum Unerträglichen überschreitet, wenn die Gitarre einsetzt. Aber hört selbst:

London Symphony Orchestra – You Keep Me Hanging On Get Adobe Flash player

Veröffentlicht wurde diese Aufnahme gegen Ende der Bombastrockära, 1979. Arrangiert und dirigiert hat Andrew Pryce Jackman. Zur Zeit nicht auf Tonträgern erhältlich.

* * *

Kommentare deaktiviert für You Keep Me Hangin‘ On (4-5) | Hanging On, Musik

You Keep Me Hangin‘ On (1-3)

25. März 2012 - 12:55 Uhr

 

Zum Glück hat mich das Sammelfieber nur ab und an erwischt. Aber wenn, dann richtig. Über Jahre habe ich Coverversionen von ein und dem selben Song zusammengetragen, immer hin- und hergerissen zwischen Entdeckerfreude und Verwunderung über die Maß- und Sinnlosigkeit des Unterfangens, je nachdem, ob ich zuletzt auf Schätze oder aber Schrott gestoßen bin. Es geht natürlich nicht um einen x-beliebigen Song, sondern um den besten Popsong der Welt. Das behaupte ich zumindest seit Jahren, ohne dass es mir bislang gelungen wäre, irgendjemanden  von dieser Wertung zu überzeugen. „You Keep Me Hangin‘ On“ stammt vom Motown-Autorentrio Holland-Dozier-Holland und wurde zuerst von den Supremes 1966 aufgenommen. Ein klassischer Motown-Pop-Soul-Knaller, der noch eine Spur unwiderstehlicher ist als all die anderen großen Hits von den Supremes, den Temptations, den Four Tops, Gladys Knight und den Pips, den Marvelettes, Martha Reeves und den Vandellas, von Marvin Gaye, Stevie Wonder, den Isley Brothers, den Jackson Five und all den weiteren Musikern, die für die Hitfabrik in Detroit in den Sechziger Jahren gesungen haben. Seither wurde das Stück sehr oft und sehr unterschiedlich gecovert und hier gibt’s  jetzt in loser Folge und kleinen Portionen einen Überblick. Los geht’s natürlich mit dem Original:

Kommentare deaktiviert für You Keep Me Hangin‘ On (1-3) | Hanging On, Musik

Ich will nicht nach Berlin

27. Oktober 2011 - 14:04 Uhr

Der Song zum Blog:

* * *

Trotz Teilnahme am „Bundesvision Song Contest“ plus bescheidender Chartsnotierung hatte ich noch nix von der Band oder ihrem hübschen Berlinsong mitbekommen. Bis ich ihn gestern im Radio hörte. Ich mag ihre Rap’n’Rock-Synthese und ich mag ihre Einflüsse, etwa den trashigen Sixties-Rock’n’Roll der Sonics wie auch mancher Achtziger-Jahre-Wiedergänger , ja mir gefällt die Attitüde wie die Musik von Kraftklub so gut, dass ich mir eben Karten für das Konzert in Lübeck gesichert habe. Hier sind sämtliche Termine.

Auch schön der Song mit den Zeilen:

„Unsre Eltern sind schuld,
sie haben uns in diese Welt entlassen.
Voller Angst, Hass, Lady Gagas und Massenvernichtungswaffen.
Doch vor allem ohne Rock’n’Roll – auf Green Day ist geschissen.“

Beim Konzert sorge ich dann dafür, dass der Altersdurchschnitt kräftig steigt.

Kommentare deaktiviert für Ich will nicht nach Berlin | Musik

Ebo Taylor – Unwiderstehliche Schnurrgrooves

27. Mai 2011 - 11:32 Uhr

EboTaylorLifeStories

Wieso kennt den keiner? Nicht mal einen Wiki-Eintrag gibt es, auch keine Diskografie bei Allmusic. Der ghanesische Gitarrist und Produzent Ebo Taylor hat in den Siebzigern ähnlich wie Fela Kuti traditionelle Elemente mit Funk gemischt. Letztes Jahr ist sein erstes Album seit Jahrzehnten, „Love and Death“, erschienen, das hat der mittlerweile 75-jährige mit der Afrobeat Academy aus Berlin eingespielt. Da war dann überall die Rede von dem „legendären“ Ebo Taylor. Dass er wirklich ein verblüffendes Werk geschaffen hat, lässt sich erst jetzt überprüfen: „Life Stories“ versammelt Aufnahmen von 1973 bis 1980, die teils von Soloalben und teils von unterschiedlichsten Nebenprojekten stammen.
Alle Stücke werden von durchgehend – wie geloopt – wiederholten Riffs bestimmt, die entweder von Bläsern oder vokal vorgetragen werden. Mit dem darunter ausgebreiteten Highlife- und Afrobeatrhythmen und der obligatorisch dazu flirrenden Orgel ergibt das unwiderstehliche Grooves, die endlos weiter schnurren könnten.
Taylors Gitarrenspiel bleibt meist dezent, setzt aber mit Wahwah-Sounds und Funkriffs deutliche Akzente. Und auch die Tracks, bei denen teils durchgängig nur zwischen gerade mal zwei Akkorden hin- und hergewechselt wird, sind viel zu schnell zu Ende. Die Entdeckung des Jahres. Jedenfalls für einen Funkfreund und Afrobeataficionado wie mich. Was soll da noch kommen?

3 Kommentare » | Musik

Willie und das Geheimnis der zwei Schlagzeuger

2. April 2010 - 16:33 Uhr

_

Lange ist es her, dass ich die klassischen Al-Green-Alben entdeckt habe und nichts hat mich seither auch nur annähernd so begeistert. Keiner singt wie Green, er ist der schlicht der beste Soulsänger überhaupt und zum Glück ist er damals beim Hi-Label gelandet, wo Willie Mitchell unter seiner Stimme einen unverwechselbar trocken produzierten Rhythmusteppich ausbreitete, um dann die schönsten Streicher- und Bläserarrangements darüber wehen zu lassen. Ich schwärme seit vielen Jahren, missioniere eifrig und freue mich, wenn andere sich auch begeistern können. Wie jetzt gerade der sehr geschätzte Eric Pfeil in seinem Poptagebuch. Er plaudert über Schlagzeugsoli und eigenes Schlagzeugspielen und kommt schließlich auf das Schlagzeug bei Al Green:

Kommentare deaktiviert für Willie und das Geheimnis der zwei Schlagzeuger | Musik

Jaqee nochmal

24. März 2010 - 15:21 Uhr

_

Droht leider auch völlig unterzugehen: Über Jaqee hatte ich zum Erscheinen des Albums hier etwas geschrieben, leider hat sich ansonsten keine Sau dafür interessiert – keine einzige Rezension habe ich entdeckt – obwohl es ein ganz wunderbares Retro-Reggae-und-Ska-Album ist, dass, ähnlich wie die Produktionen von Mark Ronson, trotzdem erstaunlich modern klingt. Und was für eine Stimme sie hat! Es ihr dritter Versuch, in Schweden hatte sie bereits 2005 ein R&B-Album aufgenommen und 2007 folgte „Nouvelle d’Amour“, das schön spröde instrumentiert ist und bei iTunes unter der Kategorie „Rock“ gelistet wird. Hier eine Hörprobe:


In Frankreich sind sie jetzt drauf gekommen, dass das alberne Cover und der Titel des aktuellen Albums, der ausgerechnet vom einzig wirklich blöden Song übernommen wurde, vielleicht Schuld am ansonsten völlig unverständlichen Misserfolg tragen. „Kookoo Girl“ heißt da jetzt „Land Of The Free“ und sieht in der neuen Verpackung so aus:

Kommentare deaktiviert für Jaqee nochmal | Musik

Oholah Oholibah

23. März 2010 - 14:44 Uhr

gano

_

Im Herbst hatte ich das Album einmal durchgehört, ein paar Zeilen drüber geschrieben und es dann vergessen. Vor ein paar Tagen fiel mir die CD wieder in die Hände und seither befindet sie sich in Heavy Rotation. Wie schade, dass Ganos spätes Wunderwerk so wenig Beachtung gefunden hat.

Hört selbst:

_

Meine Kritik:

1 Kommentar » | Musik

Pfeil mal wieder

18. Januar 2010 - 16:38 Uhr

„Ich wünsche mir von Popmusik-Texten alles, nur nicht, daß sie ‚authentisch‘ sind. Ich wünsche mir von Popmusiktexten das ziemliche Gegenteil: Ich wünsche mir stilvollen Blödsinn und ausgedachten Unfug, der sich anhört, als sei er ein bisschen mehr: ‚Papa’s got a brand new bag‘. ‚Are we human or are we dancer?‘. ‚Sing this corrosion to me‘. So etwas.“

Eric Pfeil in seinem aktuellen Poptagebucheintrag. Kann man dem Mann bitte ganz schnell die Chefredaktion eines der noch existierenden Musikmagazine übertragen?

_

_

_

Kommentare deaktiviert für Pfeil mal wieder | Musik, Schöne Worte

Selber schuld!

3. Dezember 2009 - 12:03 Uhr

Ich habe es Euch ja gesagt, ihr habt was verpasst: sehr sehr schönes Konzert! Was für ein cooler Hund, der Tony Allen! Alles war bis ins letzte clever durcharrangiert und optimiert für die Tourband, die – abgesehen von einem linkischen Gitarristen – erstklassig aufgespielt hat. Vor allem ist Orobiyi Adunni, die schon auf dem Album prominent auf vier Stücken vertreten ist, eine großartige Sängerin, die offensiv mit Einzelnen im Publikum geflirtet hat, unter vollem Körpereinsatz. Robert Crumb wäre in Ohmacht gefallen. Ihr Interesse galt allerdings ausschließlich weiblichen Konzertbesuchern …

Die Bläser waren nur zu zweit, bleiche Franzosen, saugut. Der Trompeter hat eine Riesenshow veranstaltet und kurz mal demonstriert: White man can dance! Ein Freund, der meinem missionarischen Eifer nachgegeben hatte, meinte nachher, ein so beeindruckendes Konzert habe er seit Jahren nicht mehr gesehen.

Kommentare deaktiviert für Selber schuld! | Musik

Der Trommelgott kommt. Bloß nicht verpassen!

29. November 2009 - 01:39 Uhr

„Was ich da am Schlagzeug mache, plus Gesang, das klingt doch schon, als spielten da fünf Personen“, hat er mir im Frühjahr erzählt, als ich ihn für Interview und Foto (PDF) getroffen habe. Unbescheiden ist der legendäre Drummer nicht gerade, aber das kann er sich erlauben. Ohne ihn hätte Fela Kuti vielleicht ewig weiter gejazzt, aber nie solche irrsinnigen Rhythmusteppiche geknüpft, die neben den messerscharfen Bläsersätzen und den Call-und-Response-Gesängen Afrobeat ausmachen. Ein zeitloser Stil, der in den Siebzigern in Nigeria entstanden ist und seitdem immer neue Anhänger findet, überall in der Welt.

Zur Zeit erscheint ein fantastisches Afrobeatalbum nach dem anderen. Neben Tony Allen, der mit „Secret Agent“ im reifen Rentenalter von 69 Jahren eine seiner schönsten Produktionen überhaupt vorgelegt hat, haben auch die Kuti-Söhne Femi und Seun zwei herausragende Alben abgeliefert und von den zahlreichen Epigonen, die sich vor allem in Frankreich und in den USA tummeln, sind auch mehrere souverän eingespielte Aufnahmen erschienen.

Kommentare deaktiviert für Der Trommelgott kommt. Bloß nicht verpassen! | Musik

„Geckenhafter Ersatzdarsteller eines Johnny-Cash-Musicals“

18. November 2009 - 16:46 Uhr

belab

Man vergisst nach fast dreißigjähriger Bandgeschichte oft, was für ein erfreuliches wie sonderbares Phänomen Die Ärzte in der deutschsprachigen Rockmusik darstellen: drei Ironiker an denkbar unironischem Orte.“

Wahre Worte anlässlich des Bela-B.-Konzerts in Köln, aufgeschrieben von Eric Pfeil bei faz.net. Scheint sehr lustig gewesen zu sein. Der größte Teil der Tour kommt noch: Auch für Hamburg und Berlin gibt es noch Karten.

Kommentare deaktiviert für „Geckenhafter Ersatzdarsteller eines Johnny-Cash-Musicals“ | Musik

Bilder von Kistenwühlern

5. November 2009 - 00:44 Uhr

Dust

Eilon Paz ist auch ein Fotograf, für den Musik zu den wichtigeren Dingen des Lebens gehört. Als maßloser und leidenschaftlicher Plattensammler hat er vor einem Jahr damit begonnen, in loser Folge auf dem eigens eingerichteten Blog „Dust and Grooves“ ebenso Besessene zu portraitieren. Er lässt sich die Sammlung zeigen, besonders schöne oder besonders geliebte Stücke vorführen und natürlich -spielen und führt jedes Mal nebenbei auch noch souverän ein Interview. Und das Zusammentreffen von Begeisterung für’s Sujet und der Gabe, verdammt gute Bilder machen zu können, hat die schönste Würdigung des Typus Plattensammler seit Nick Hornbys „High Fidelity“ zum Ergebnis. Ist natürlich mit Liebe geschönt: Die nervigen Unsympaten, die es auf Plattenbörsen und an allen einschlägigen Flohmarkttischen auch immer gibt, kommen einfach nicht vor …

Kommentare deaktiviert für Bilder von Kistenwühlern | Musik, Schöne Bilder

Das Rote Album und die Gummiseele

3. November 2009 - 03:48 Uhr

Not_The_B

Meine Tochter hat eine Zeitlang unentwegt das Rote Album laufen lassen. Also all die Beatles-Songs, die man wegen viel-zu-oft-gehört freiwillig eher selten auflegt, gebündelt, nonstop. Es war irgendwann nicht mehr zum Aushalten. Beim dritten Durchlauf von „And I Love Her“ an einem Abend habe ich einen Atlantic-Sampler aus dem Regal gezogen und ihr die verwunschene Version von Esther Phillips vorgespielt. Und sieh an, das gefiel ihr, nach anfänglicher Irritation, auch.

Also folgten Otis Redding und Al Green und Johnny Cash, mir fiel immer mehr ein, ganz überrascht war ich, was für Beatlessongvarianten alle im Regal standen. Oft waren es eher die Titel, die ich bis dahin am wenigsten beachtet und gespielt hatte, immer war ich eher genervt gewesen, wenn etwa auf einem Stax-Album zwischen knalligen Originalkompositionen „Let It Be“ oder dergleichen aufgetaucht war: Wer braucht schon Coverversionen der Beatles, im Zweifel kennt man das alles viel zu gut und da muss nun wahrlich nichts verbessert werden. Billiger und unnötiger geht’s doch gar nicht, als Lücken mit Standards aus dem Lennon/McCartney-Songbook zu füllen, so dachte ich.

42 Kommentare » | Musik

Im Promiviertel

6. Oktober 2009 - 23:38 Uhr

Tokio_Bahrenfeld

In der „Welt kompakt“ wurden Tokio Hotel letzte Woche auf einer Doppelseite gefeiert, weil sie „wieder da“ seien. Über obigen Satz mit der schönen fetten Hervorhebung habe ich mich sehr gefreut. Und damit auch Nicht-Hamburger den Witz verstehen, hier ein paar extra angefertigte Fotos aus Bahrenfeld:

IMG_5723

IMG_5738

IMG_5721

IMG_5739

IMG_5746

IMG_5727

Kommentare deaktiviert für Im Promiviertel | Hamburch, Musik

Erst Musikzeitschriften, dann Distelmeyer

5. Oktober 2009 - 22:32 Uhr

WK_Distel042

Die FAS hat vor zwei Wochen auf ihren Medienseiten einen Blick auf den Zustand der Musikpresse, vor allem der nationalen, geworfen. In dem Artikel beschreibt Christina Hoffmann erst die wirtschaftlichen Nöte, um sich dann dem „zugrunde liegenden“ Bedeutungsverlust von Spex, Rolling Stone, de:bug & Co zu widmen. Sie ortet allseits eine „Mischung aus Beliebigkeit und Nostalgie“, das seien Magazine „mit alten Männern für alte Männer“, die vor allem auf Zusatzgeschäfte setzten, zu sehr den unterstellten konservativen Musikgeschmack ihrer Leser bedienten und sich selbst totredeten. Stattdessen sollten die Redaktionen lieber an „Literarizität“ zulegen und „über die Methoden und Produktionsbedingungen von Musikern berichten“ und nicht Musik „auf ein Lifestyle-Tool“ reduzieren.

Ist alles richtig, den Blättern geht’s dreckig, auch wenn Max Dax die Auflagenzahlen der Spex bejubelt, denn wenn die schon lang anhaltende Krise der Tonträgerindustrie durch die allgemeine Anzeigenkrise verstärkt wird, kann’s nicht anders als eng werden.

3 Kommentare » | Musik

« Ältere Einträge