Ausstellungen


Strandgesichter

6. Juli 2010 - 21:31 Uhr

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Vor ein paar Wochen haben wir das schon mal gemacht. Da kam mein Beitrag überhaupt nicht gut an. Entsprechend angestachelt habe ich eine Wiederholung des Wettbewerbs vorangetrieben. Die Teilnehmer waren sieben, elf, dreizehn und dreiundvierzig Jahre alt, der Austragungsort war der Hamburger Elbstrand. Die Jury bestand aus wehrlosen Strandpassanten, die wir aufgefordert haben, auf ihr Lieblingsgesicht zu zeigen. Unverfroren habe ich aus der Erfahrung des ersten Durchlaufs gelernt und auf Farbe gesetzt. Und mit deutlichem Abstand hat dann auch mein gelbhaariges, ziegeläugiges Wesen das Rennen gemacht. Den zweiten Platz teilten sich die ungleichen Gesellen in der obersten Reihe. Zum Glück erwiesen sich die minderjährigen Teilnehmer alle als gute Verlierer. Wie hättet Ihr entschieden?

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Alles aus Pappe

28. September 2009 - 22:46 Uhr

DemandEinige seiner Motive hat bestimmt jeder schon gesehen: Fotos von Räumen oder gar Landschaften, die schon auf den ersten Blick irgendwie künstlich und seltsam steril wirken. Thomas Demand baut mit Pappe und Papier fotografierte Wirklichkeit nach und fotografiert wiederum das Ergebnis. Die Modelle werden vernichtet, die Abilder der nachgebastelten Abbilder werden ausgestellt. (Und arschteuer verkauft.) So mag ich Kunst. Es gibt richtig was zu sehen, das leuchtet sofort ein und da wird nicht mit unmittelbaren visuellen Reizen gegeizt; Gedanken über die diversen Wirklichkeits-und Abbildungsebenen kann man sich jede Menge machen, kann man aber auch sein lassen. Wenn in der Neuen Nationalgalerie in Berlin nun lauter Motive versammelt sind, die mehr oder weniger bedeutsame Orte der jüngeren deutschen Geschichte zeigen, wird’s mir schon fast zuviel behauptete Relevanz, da hilft auch die ironische Betitelung „Nationalgalerie“ nüscht. Leider sind zu den Bildern eigens produzierte Texte von Botho Strauß gestellt, da dürfte vollends jede Leichtigkeit flöten gehen. Andererseits ist zwischen Barschels Badewanne und der Wolfsschanze immer noch Platz für die Bushaltestelle, in der die späteren Mitglieder von Tokio Hotel abgehangen haben. Bedeutungshuberei hin oder her, es lohnt sich auf jeden Fall, das anzugucken. Und Texte kann man in Ausstellungen ja einfach ignorieren. „Seine Ausstellung ist der Kunst-Hit des Jahres“, meint sogar die Bild Zeitung. Na dann.

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Analoge Bildbearbeitung

16. September 2009 - 10:58 Uhr

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Ich hab’s nur ein paar mal gemacht: Von Wählern bearbeitete Wahlplakate abfotografiert. Zum Beispiel hier Krista Sager auf einem Plakat zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2001. (Im selben Bezirk, bei uns in Eimsbüttel, sieht man sie auch jetzt wieder, als Direktkandidatin für den Bundestag.)

F.C. Gundlach, der übergroße Hamburger Modefotograf, Sammler und Kurator hat dagegen mehr als drei Jahrzehnte lang immer auf den Auslöser gedrückt, wenn ihm ein solches Exemplar ins Auge gesprungen ist. Über die Jahre ist da so ganz nebenbei eine umfangreiche Sammlung entstanden, die visuell höchst abwechslungsreich dokumentiert, zu welch kreativen und aggressiven Reaktionen die Politwerbung provozieren kann. Die versammelten Straftatsbestände haben es jetzt in Hamburg ins Museum geschafft. Ein Besuch der Ausstellung sei hiermit ausdrücklich empfohlen, sie läuft noch bis zum Wahlsonntag.

Und das hier ist er, der F.C.:

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