Archiv für September 2009


Alles aus Pappe

28. September 2009 - 22:46 Uhr

DemandEinige seiner Motive hat bestimmt jeder schon gesehen: Fotos von Räumen oder gar Landschaften, die schon auf den ersten Blick irgendwie künstlich und seltsam steril wirken. Thomas Demand baut mit Pappe und Papier fotografierte Wirklichkeit nach und fotografiert wiederum das Ergebnis. Die Modelle werden vernichtet, die Abilder der nachgebastelten Abbilder werden ausgestellt. (Und arschteuer verkauft.) So mag ich Kunst. Es gibt richtig was zu sehen, das leuchtet sofort ein und da wird nicht mit unmittelbaren visuellen Reizen gegeizt; Gedanken über die diversen Wirklichkeits-und Abbildungsebenen kann man sich jede Menge machen, kann man aber auch sein lassen. Wenn in der Neuen Nationalgalerie in Berlin nun lauter Motive versammelt sind, die mehr oder weniger bedeutsame Orte der jüngeren deutschen Geschichte zeigen, wird’s mir schon fast zuviel behauptete Relevanz, da hilft auch die ironische Betitelung „Nationalgalerie“ nüscht. Leider sind zu den Bildern eigens produzierte Texte von Botho Strauß gestellt, da dürfte vollends jede Leichtigkeit flöten gehen. Andererseits ist zwischen Barschels Badewanne und der Wolfsschanze immer noch Platz für die Bushaltestelle, in der die späteren Mitglieder von Tokio Hotel abgehangen haben. Bedeutungshuberei hin oder her, es lohnt sich auf jeden Fall, das anzugucken. Und Texte kann man in Ausstellungen ja einfach ignorieren. „Seine Ausstellung ist der Kunst-Hit des Jahres“, meint sogar die Bild Zeitung. Na dann.

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Na toll

28. September 2009 - 14:01 Uhr

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Seit zwei Wochen haben wir keinen Kabelanschluss mehr. Bei meinem Fernsehkonsum ist mir das kaum aufgefallen und ich hab‘ mich noch um nix gekümmert. Erst gestern, so um 17:30 Uhr, ist mir aufgegangen, dass ich von der Wahlberichterstattung im Fernsehen abgeschnitten sein würde. Habe ich halt den Tuner der Anlage eingeschaltet, Radio gibt’s ja auch noch. Aber nicht für mich: Ich hatte vergessen, dass an das Gerät keine Antenne angeschlossen war, kein Kabel = kein Radio. Gut, dachte ich, hol ich eben den Klapprechner aus dem Büro und schau Fernsehen auf Zattoo. Aber der DSL-Zugang war auf einmal auch tot. Nach mehreren Neustarts des Routers war das Problem auf unerklärliche Weise behoben, dafür funktionierte dann aber bei Zattoo nichts: Mir wurde die Anmeldung verweigert. Habe ich also ein neues Nutzerkonto angelegt. Als diese Hürde genommen war, stellte sich heraus, dass der installierte Flashplayer nicht aktuell genug war. Nach dem Download schlug aber die Installation fehl, da das Betriebssystem leider mittlerweile zu alt ist. Schließlich habe ich aufgegeben und akzeptiert, dass Spon das aktuellste Medium ist, für dass meine derzeitige technische Ausstattung reicht. Als sich die Startseite öffnete, war schon die erste Hochrechnung da. Und ich hab‘ mich gefragt, warum ich überhaupt den ganzen Aufwand betrieben habe.

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Peinliche Plakate (4)

26. September 2009 - 17:48 Uhr

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Auf den Segeln stehen sämtliche Ziele: „Urheberrechtsreform“, „Bürgerrechte verteidigen“, „Grundgesetz bewahren“ und so weiter. Schöner Windjammer mit blauem Himmel und dann geht’s im Claim „Richtung Zukunft“, das wäre gar nicht sonderlich peinlich, wenn’s ein FDP-Plakat wäre. Aber als Werbemittel für die Piratenpartei ist das ja wohl das letzte. Braver, biederer und witzloser geht’s nun wirklich nicht. Aber vielleicht war das ja die genau die richtige Strategie, um Bankangestellte für sich zu gewinnen. Überraschende Unterstützung in letzter Minute bekommen die Piraten außerdem von Dieter Bohlen. Und sogar „Die Partei“, die ja leider von der Wahl ausgeschlossen wurde, ruft zur Wahl der „Piraten- bzw Pornopartei um Jörg Tauss“ auf.

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Peinliche Plakate (3)

25. September 2009 - 13:55 Uhr

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Peinliche Plakate (3)“ müsste es eigentlich heißen, denn das Steini-Motiv, mit dem bei uns überall in der letzen Phase die groteske Antatscherei vor dem Hochofen überklebt wurde, ist gar nicht peinlich, sondern transportiert überzeugend die simple Botschaft, dass es sich bei dem SPD-Spitzenkandidaten um einen Sympathen handele. Mein siebenjähriger Sohn, der keinen blassen Schimmer vom Wahlkampf oder den Parteien hat, meinte beim Anblick des Plakats jedenfalls, er fände das besser, wenn der Mann statt Angela Merkel „Chef“ werde, der sehe nämlich, offenbar im Gegensatz zur Kanzlerin, so aus, als ob er „total nett“ sei. Ziel erreicht.

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Neu im Kino: Radikale Reaktion auf Rationalisierung und ein realitätsarmes Remake

25. September 2009 - 02:01 Uhr

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Die weibliche Belegschaft einer Fabrik, die klammheimlich stillgelegt wurde und deren Geschäftsführung sich aus dem Staub gemacht hat, heuert einen Auftragskiller an, um den entschwundenen Chef umzulegen. Respektlos und unkorrekt, wie gute Komödien sein müssen, scheint der französische Film „Louise-Michel“ zu sein, außerdem wird’s recht blutig und allerlei Geschmacksgrenzen werden lustvoll überschritten. Becknackterweise hat er bei uns einen englischen Titel verpasst bekommen, nämlich: „Louise Hires A Contract Killer“. Vielleicht ist die eine oder andere Derbheit überflüssig, vielleicht zündet nicht jede Pointe, aber alles in allem sieht das sehr vielversprechend aus; wie schön, dass eine solch anarchische Antwort auf die Rationalisierungspest überhaupt realisiert werden konnte. Sowas geht wohl auch nur bei unseren Nachbarn im Westen, bei denen auch im echten Leben in vergleichbaren Situationen andere Maßnahmen ergriffen werden als bei uns. Das Duo Gustave de Kervern und Benoît Delépine hat schon mehrfach zusammengearbeitet, unter anderem geht das schöne, schwarzweiße Rollstuhlroadmovie „Aaltra“ auf ihr Konto. Gemeinsam haben sie wieder das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Ich freu mich drauf, werde mich aber noch gedulden müssen: Der Film läuft in dreißig deutschen Städten an, die Kinoprovinz Hamburg gehört aber nicht dazu; hier startet er im 3001 mit Verspätung erst in 14 Tagen.

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Das große Klinkenputzen (1)

24. September 2009 - 15:03 Uhr

FTD

Geschäftstüchtigere Kollegen bombardieren ihre potentiellen Kunden wahrscheinlich unentwegt auf allen medialen Wegen mit ständig neuer und ansprechender Eigenwerbung. Ich dagegen habe mich dämlicherweise schon ewig nirgendwo blicken und nichts von mir hören lassen, eine denkbar ungünstige Voraussetzung um als Freiberufler im Jahr des großen Anzeigenrückgangs den Kopf über Wasser zu behalten. Um im Bild zu bleiben: Wir Freien treiben da schiffbrüchig auf stürmischer See und versuchen uns von den leckgeschlagenen großen Dampfern ringsum tageweise anheuern zu lassen.

Die ersten von uns sind schon abgesoffen oder bieten jetzt „die andere Hochzeitsfotografie“ an, während ich sanft geschlummert und gar nicht gemerkt habe, dass mein Floß stark an Seetüchtigkeit verloren hat.

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Peinliche Plakate (2)

23. September 2009 - 10:33 Uhr

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Man kann natürlich den Standpunkt vertreten, dass jedes Werbefoto mit dem FDP-Spitzenkandidaten und Möchtegernaußenminister peinlich ist, aber auch bei einer solchen Sichtweise gibt es unterschiedliche Grade an Peinlichkeit. Das Motiv hier ist schon etwas Besonderes. Guido Westerwelle begibt sich nicht einmal für ein Foto, das Volksverbundenheit ausdrücken soll, in die Nähe des Volkes und nickt stattdessen eine dermaßen stümperhaft zusammengekloppte Montage ab. Toll. Schön, dass auch hier ein Bauhelm als Requisit zum Einsatz kommt. Arbeiter! Eure Partei ist die FDP! Wir haben Euch noch nie verraten!

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Frühschäden

22. September 2009 - 14:29 Uhr

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Offenbar schenke ich Wahlplakaten ein überdurchschnittlich großes Interesse. Zwei persönliche Gründe dafür fallen mir ein:

Erstens: Als Steppke hat mein Vater mich mitgenommen, als er sich für das obige Plakat fotografieren lassen musste. Das war mein erster Besuch in einem Fotostudio. Der Oldesloer Vollprofi versuchte unentwegt, dem wenig entspannten Amateurpolitiker die Sache etwas leichter zu machen. Witze erzählen hielt er offenbar für geeignet als Lockerungsübung. Einen nach dem anderen. Das ging sowas von in die Hose. Wie man sieht. Aber ich hab‘ was draus gelernt.

Zweitens: Als ich viele Jahre später beschloss, auszuprobieren, ob ich nicht selber so ein Fotograf sein könnte, habe ich ein Praktikum bei einem Hamburger Werbeknipser angefangen. Und gleich als erstes stand eine „Shooting-Reise“ nach Bonn an, wo sämtliche SPD-Direktkandidaten für die Plakate zu fotografieren waren. Immer im gleichen Licht, immer gleich postiert vor dem immer gleichen gemalten Hintergrund, der „total echt“, nämlich wie unscharf draußen im Grünen fotografiert, aussehen sollte.

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Analoge Bildbearbeitung (2)

21. September 2009 - 10:42 Uhr

Sager2009

Bin eben dran vorbeigekommen. Und nachdem ich letzte Woche das gestalterisch ergänzte Sager-Plakat von 2001 gezeigt habe, will ich Euch die aktuelle Variante nicht vorenthalten. Komisch, dass der anonyme Künstler ihre Ohren verschont hat.

Die verblüffenden Folgen, die dieser Eddingkommentar auf einem CDU-Plakat letzte Woche entfaltet hat, dürften allerdings einmalig bleiben.

Falls das an irgendjemandem vorbeigegangen sein sollte: Miguel, der „Spanier“ hat ihn fotografiert und vor 10 Tagen auf flickr eingestellt, dann wurde er hier und da und dort verbloggt, sogar auf T-Shirts angeboten und hat schließlich Johnny Häusler vom Spreeblick zu einer Art kollektiv erstelltem

Popsong Get Adobe Flash player
inspiriert und als die wahlkämpfende Kanzlerin auf den Gänsemarkt kam, haben wirklich alle so „Yeaahh“ geschrien. Sehr sehr lustig das alles. Und vielleicht hat der Verursacher überhaupt nichts von all dem mitbekommen.

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Gerade schwer rotierend

18. September 2009 - 10:12 Uhr

Das artifizielle Covermotiv auf dem die Kulleraugen rollende Bilderbuchnegerin dem Melonenträger eine Torte ins Gesicht drückt, hat mich überhaupt nicht angesprochen und auch kein bisschen neugierig auf den Inhalt gemacht. Wenn ich auch noch gewusst hätte, dass es sich um eine deutsche Produktion handelt, wäre meine Skepsis noch viel größer gewesen. Doch was für eine Überraschung, das Album von Jaqee entpuppt sich als souverän hingeknalltes Reggae- und Skaprojekt, das zwar wenig originell im Retrofahrwasser von Amy, Lily, Duffy & Co dahingleitet, aber erstens ganz wunderbar gesungen ist, zweitens erstaunlich gutes Songmaterial enthält und drittens mühelos mit den britischen Produktionen mithalten kann. Nur über den Titeltrack muss ich immer wegskippen, der geht mir in seiner Obladi-Obladahaftigkeit gehörig auf die Nerven. Ansonsten läuft das hier aber gerade pausenlos, seit 06:45 Uhr.

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Neu im Kino: Luftfahrt, Schwerter und Rassismus

17. September 2009 - 12:25 Uhr

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So wahnsinnig mutig und ungewöhnlich ist es ja eigentlich auch wieder nicht, einen grantigen Kerl gegen seinen Willen mit einem Kind auf eine Reise zu schicken. Auf Anhieb fallen mir „Der Schmetterling„, „Kikujiros Sommer“ und „Paper Moon“ ein, allesamt tolle Filme übrigens, die erfolgreich das komische (und sentimentale) Potential eines solchen Gespanns genutzt haben. Für einen Film, der den Hollywood-Blockbuster-Markt bedient und buchstäblich alle Altersgruppen ansprechen muss, ist es allerdings doch erstaunlich, dass die Hauptfigur ein desillusionierter Rentner ist. Pixars jüngstes CGI-Spektakel heißt „Oben“ („Up“), falls irgendjemand das noch nicht mitbekommen hat und nach der Trefferquote von 100 %, die das Studio bislang aufzuweisen hat, kann man wohl sicher davon ausgehen, dass es auch beim zehnten Mal gelungen ist, für so ein Massenprodukt verblüffende Qualität auf allen Ebenen zu liefern. Das macht denen keiner nach, ganz gleich ob es sich um Trick- oder Realfilmproduzenten handelt. Was für ein Glück, dass die Richtigen damals den Start einer neuen Ära des Animationsfilms eingeläutet haben. Und dass sie damit sofort Erfolg hatten. Wer ein entsprechend ausgerüstetes Kino in der Nähe hat, kann sich das Ganze in 3D anschauen, zum ersten Mal bei Pixar.

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Analoge Bildbearbeitung

16. September 2009 - 10:58 Uhr

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Ich hab’s nur ein paar mal gemacht: Von Wählern bearbeitete Wahlplakate abfotografiert. Zum Beispiel hier Krista Sager auf einem Plakat zur Hamburger Bürgerschaftswahl 2001. (Im selben Bezirk, bei uns in Eimsbüttel, sieht man sie auch jetzt wieder, als Direktkandidatin für den Bundestag.)

F.C. Gundlach, der übergroße Hamburger Modefotograf, Sammler und Kurator hat dagegen mehr als drei Jahrzehnte lang immer auf den Auslöser gedrückt, wenn ihm ein solches Exemplar ins Auge gesprungen ist. Über die Jahre ist da so ganz nebenbei eine umfangreiche Sammlung entstanden, die visuell höchst abwechslungsreich dokumentiert, zu welch kreativen und aggressiven Reaktionen die Politwerbung provozieren kann. Die versammelten Straftatsbestände haben es jetzt in Hamburg ins Museum geschafft. Ein Besuch der Ausstellung sei hiermit ausdrücklich empfohlen, sie läuft noch bis zum Wahlsonntag.

Und das hier ist er, der F.C.:

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Peinliche Plakate (1)

15. September 2009 - 14:46 Uhr

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Wochenlang sah man bei uns im Viertel nur ein einziges Plakatmotiv, das dafür aber auch überall: das clean ausgeleuchtete Konterfei von Danial Ilkhanipour, dem rechten SPD-Kandidaten, der unter dubiosen Umständen Niels Annen die Direktkandidatur abgeluchst hat. Er selbst ist, wie seine Abbilder, auch überall gleichzeitig und verteilt fleißig Kugelschreiber und twittert dabei, eifrig und wohl dennoch vergebens darum bemüht, den überproportional tiefen Absturz der SPD in Eimsbüttel abzuwenden.

Vom Wahlkampf war ansonsten im Straßenbild nicht viel zu sehen, bundesweit geklebte Plakatmotive, gleich welcher Partei, kannte ich nur aus den Medien. Inzwischen ist die vertraute Plakatflut aber auch über unseren Stadtteil hereingebrochen, selbst einige Großplakate wurden aufgestellt. Von der SPD sieht man durchweg das oben abgebildete Plakat, das bei mir Schaudern vor tief empfundenem Fremdschämen auslöst. Die Anbiederei der einstigen Arbeiterpartei bei ihren verprellten Wählern wird durch Antatschen vor dem Hochofen visualisiert: Wie konnte eine solche Peinlichkeit sämtliche Kontrollinstanzen passieren?

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Wer interessiert sich schon für Matratzen?

14. September 2009 - 13:35 Uhr

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Die seltsamen Filialen von Matratzenhökern haben mich schon lange gereizt. Visuell wie inhaltlich: Was sind das eigentlich für Läden, die mit Hunderten von brutal grellen Neonröhren werben? Oder mit Farben, die an Warnhinweise vor radioaktiver Strahlung erinnern? Wieso werden ausgerechnet Matratzen offenbar sehr erfolgreich auf riesigen Verkaufsflächen in speziellen Geschäften angeboten? Es gibt einige Lattenroste, auch Inkontinenzauflagen, doch sonst nur: Matratzen, Matratzen, Matratzen. In fast jeder deutschen Stadt.

Zusammen mit Helmut Ziegler bin ich dem Geheimnis der Schlafunterlagenverkaufsstätten nachgegangen. Überrascht haben wir festgestellt, dass es eigentlich nur zwei Ketten sind, die den Markt unter sich aufteilen: Matratzen Concord und MFO. Und dass beide aus dem Nichts vom selben Mann, einem Klaus Hartmann, aufgebaut wurden. Vor zehn Jahren hat der Matratzenkönig Concord an eine holländische Firma verkauft und macht dieser seither mit den MFO-Läden Konkurrenz. Die Firmenzentralen liegen 25 km voneinander entfernt. Zusammen verfügen sie bundesweit über mehr als 1200 Filialen.

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Neu im Kino: von Triersche Schocktherapie, diskriminierte Aliens und Kriegsverbrechen

10. September 2009 - 18:00 Uhr

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Könnte sein, dass es einem gehörig auf die Nerven geht, das clevere Sex- Schuld- und Gewaltspektakel „Antichrist“ von Lars von Trier. Verquaster Quatsch über das böse Weib und Psychologie, vermutlich in Tateinheit mit Prätention auf allen Ebenen, da wäre klare Ablehnung eigentlich die wahrscheinlichste Reaktion. Aber ein fesselndes und ziemlich einzigartiges Stück Kino ist es wohl trotzdem. Die Filmkritik ist gespalten, die filmische Zumutung mit Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe wird von einigen richtig ernst genommen, andere meinen Ironie zu erkennen und halten selbst die Tarkowski-Widmung am Schluss für einen Witz. Und die Beurteilungen reichen von „Meisterwerk“ (Andreas Borcholte bei Spon) bis zu „unendliche Langeweile“ (Manfred Hermes in Konkret). Ich werd’s mir angucken, mehr als das abgefilmte Pappkulissentheater, das von Trier in den letzten Jahren produziert hat, interessiert’s mich allemal.
Trailer | Links | Kinos

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