Archiv für Mai 2010


Die Ich-Schwäche des Feuilletons

26. Mai 2010 - 09:48 Uhr

Wir099

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Wenn heutzutage für das FAS-Feuilleton vom Filmfestival in Cannes berichtet wird, dann kann die Autorin einfach mit ihrem langweiligen ersten Abend beginnen, den sie im Hotelzimmer mit diversen Branchenblättern verbringt. So weit, so gut. Insbesondere in den Kulturressorts hat sich die subjektive Schreiberei in der Tradition, die einst von Autoren wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson begründet und im Deutschen von Magazinen wie Tempo und Spex etabliert wurde, endgültig durchgesetzt. Und wenn es um die mehr oder weniger schönen Künste geht und um ganz viel Meinung, dann ist offene eingestandene Subjektivität die ehrlichste und beste Wahl, die bei qualifizierten Schreibern mit Interesse an ihrem Sujet interessantere, lebendigere Texte ermöglicht.

24 Kommentare » | Peinlich

Neu im Kino: Wahre Geschichten und doofe Geschichten

20. Mai 2010 - 17:05 Uhr

KW21

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Die Filmstarts vom 20.5.2010

1 Kommentar » | Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik

Neu im Kino: Wes Anderson spielt mit Puppen

14. Mai 2010 - 21:25 Uhr

KW20

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Die Filmstarts vom 13.5.2010

„Wenn das passiert, von dem ich glaube, dass es passiert, hoffe ich, dass es nicht passiert“, sagt Mrs. Fox, als sie ihren Gatten, den „fantastischen Mr. Fox“, mitsamt seinem Neffen dabei erwischt, wie sie mit Masken vor den Gesichtern aus dem Haus schleichen, um auf Diebestour zu gehen. Im Kinderbuch von Roald Dahl reden die Füchse, wie auch alle anderen Figuren, noch ganz anders: Da fleht Mrs. Fox ihren Mann an, doch bitte vorsichtig zu sein. Wes Anderson, der vielgeliebte und vielgehasste Regisseur der „Royal Tenenbaums“ und der „Tiefseetaucher“, hat sich für seinen Stop-Motion-Trickfilm die kurze, vorbildlich unmoralische Fabel vom schlauen, diebischen Fuchs und den drei ihn jagenden, widerwärtigen und bösartigen Bauern gegriffen und daraus etwas ganz anderes gemacht: eines jener detailverliebten, recht pointenlosen, dafür aber anspielungsreichen, meist unernsten und latent melancholischen Familiendramen, wie sie Anderson nun mal gerne macht. Das Ergebnis hat mehr mit J. D. Salingers verschrobener Glass-Sippe zu tun als mit den auf ganz andere Weise abseitigen Erzählwelten Roald Dahls. Da haben die Kinder im Publikum leider Pech, sie bekommen allenfalls die Hälfte aller Anspielungen mit. Dafür sieht der Puppentrick aus wie die osteuropäischen Animationsfilme in der Tradition von Wladyslaw Starewicz – und das passt zur visuell immer schon sehr artifiziell und verspielt wirkenden Erzählweise Andersons ausgesprochen gut. Wer, wie ich, seinen Realfilmen etwas abgewinnen konnte und mit Puppenfilmen kein Problem hat, der wird auch vom „Fantastischen Mr. Fox“ manierlich unterhalten werden.

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Schau! Mich! An!

7. Mai 2010 - 08:51 Uhr

So gefällt mir prinzipielle Kritik am Medium Fernsehen. Video von Beth Fulton. Ich bin bei Thomas Knüwer drüber gestolpert.

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Neu im Kino: Ein Eisenmann und lukrativer transzendentaler Spinnkram

7. Mai 2010 - 01:41 Uhr

KW19

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Die Filmstarts vom 7.5.2010

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„Iron Man“ wollte ich erst nicht sehen, vor zwei Jahren, als er in die Kinos kam. Ein guter Ruf eilte ihm zwar voraus, aber auf Lobgesänge für Action-Comic-Verfilmungen gebe ich nichts mehr, nach den maßlos gefeierten Spidey- und Batmanfilmen, die dann doch ihre naiven Geschichtchen mit peinlicher Ernsthaftigkeit darboten. Aber diesmal lag ich völlig daneben, „Iron Man“ hat sich mit Abstand als unterhaltsamster und überhaupt erfreulichster aller Superheldenfilme herausgestellt.

Teil zwei, der jetzt in die Kinos kommt, habe ich mir dann gerne vorab angeschaut, ich fand ihn nur leider vergleichsweise etwas enttäuschend, trotz eines wiederum wunderbaren Robert Downey Jr. als egozentrischer Waffenschmiedeboss und Selfmadesuperheld Tony Stark und trotz Scarlett Johannson. Wer für die etwas übrig hat, kommt um „Iron Man 2“ allerdings nicht rum, denn hier ist sie kein bisschen blond und blöd, sondern schwarz und gefährlich und das steht ihr ausgesprochen gut.

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