Neu im Kino: Obama in Bollywood

KW24

* * *

Die Filmstarts vom 10.6.2010

Shah Rukh Khan reist als muslimischer, autistischer Tor wie weiland Forrest Gump durch die USA um deren Bewohnern und vor allem Präsident Obama mitzuteilen, dass er Khan heiße und kein Terrorist sei. Damit hofft er die Liebe seiner hinduistischen Gattin wieder zu erlangen, deren Sohn wegen seines muslimischen Nachnamens totgeprügelt wurde. „My Name is Khan“ bietet melodramatische Bollywoodkoventionen gepaart mit dem Appell für mehr Frieden, Liebe und Verständnis, woran ja eigentlich nix witzig ist und ohne die im Hindi-Kino handelsüblichen Mengen an Gesang und Tanz, denn produziert wurde das Ganze in der Hoffnung, endlich auch den nordamerikanischen und europäischen Markt zu erobern. Ich weiß, mir wird das nicht sonderlich gefallen, aber neugierig bin ich auf das Spektakel schon. Schade nur, dass die deutsche Fassung, die jetzt in die Kinos kommt, um vierzig Minuten gekürzt wurde. Darin spricht Shah Rukh Khan akzentfreies Deutsch, genau wie alle Amerikaner. Und OmU-Kopien gibt es keine, englischsprachige Kopien drei und wie gewöhnlich ist keine davon in der Hamburger Kinoprovinz zu sehen. Da warte ich lieber auf die DVD.

„My Name is Khan“: Trailer | Pressespiegel | Links | Kinos

* * *

Außerdem neu:

  • Der Moralfilm von Lukas Moodyson, „Mammut„, der viele kleine miteinander verbundene Geschichten aus verschiedenen Teilen der Welt erzählt, die wohl im Wesentlichen darauf hinauslaufen, „dass Mütter sich um ihre Kinder kümmern sollen und Männer sich ab und zu wie kleine Jungs aufführen müssen“, wie Andreas Kilb in der FAZ schreibt. Soll aber gut gespielt und inszeniert sein. Und kann wohl trotzdem wieder nicht im Entferntesten mit seinen tollen ersten beiden Filmen mithalten, „Raus aus Åmål und „Zusammen“. Von 1998 und 2000. Ach schade.
  • Eine nostalgische Romcom aus Italien. („Marcello, Marcello„)
  • Ein deutsch-polnisches Sozialdrama über Kinderprostitution. („Ich, Tomek„)
  • Und ein deutsche Dreiecksgeschichte, in der viel Auto gefahren wird. („Cindy liebt mich nicht„)

* * *

Wo was überhaupt läuft, kriegt man wie immer am besten bei Moviepilot heraus. Ines Walk erstellt bei Filmzeit die nützlichsten Pressespiegel im deutschsprachigen Raum und Christoph Jochems versammelt akribisch Unmassen von hilfreichen Links bei Filmz.de.

* * *

Und noch etwas, die berühmte, unfassbare Tanzszene, mit Shah Rukh Khan auf dem fahrenden Zug, aus „Dil Se“ von 1997:

* * *

* * *

Tags: , , ,

Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik Kommentare deaktiviert für Neu im Kino: Obama in Bollywood

Kommentarfunktion ist deaktiviert.