Neu im Kino: Eine Nana, eine Nanni und eine Hanni

KW25

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Die Filmstarts vom 17.6.2010

WM-Zeit ist keine Kinozeit. Aber eine etwaige Perle startet immerhin diese Woche, ein unaufgeregtes Drama aus Chile über eine Hausangestellte und die großbürgerliche Familie für die sie arbeitet und bei der sie lebt. Nach zwei Jahrzehnten soll zusätzlich eine jüngere Hilfe angestellt werden und das passt der erkrankten Raquel gar nicht. Daraus scheint weder ein großes Melo- noch ein simples  Sozialdrama geworden zu sein, sondern ein sauber und wahrhaftig inszenierter und in der Hauptrolle angeblich bravourös gespielter Film. Ab und zu – nicht oft, aber es passiert – taucht aus dem Nichts ein Film auf, der sich ganz und gar nicht unseren Erwartungen entsprechend entwickelt. ‚La Nana‘ hat dieses besondere Talent, einen im besten Sinne aus dem Gleichgewicht zu bringen …“, leitet Kenneth Turan seine schöne Kritik in der Los Angeles Times ein.

„La Nana – Die Perle“: Trailer | Pressespiegel | Links | Kinos

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Außerdem neu:

  • Ein BBC-Fernsehfilm über Schuld und Rache in Nordirland. Ein jugendlicher Protestant erschießt einen jugendlichen Katholiken und die Begegnung des Täters mit dem Bruder des Opfers wird dreißig Jahre später vom bösen Fernsehen ausgeschlachtet. Den Mord gab’s wirklich, alles andere ist Erfindung. Regie führte Hitlerfilmregisseur Oliver Hirschbiegel. („Five Minutes To Heaven„)
  • Eine Verfilmung mit dreißig Jahren Verspätung: Der erste „Hanni und Nanni„-Film, eine deutsche Produktion, kommt seltsamerweise 2010 in die Kinos. Da wird wohl drauf spekuliert, dass die ehemaligen Leserinnen und heutigen Muttis mit ihrem weiblichen Nachwuchs reingehen.
  • Eine offenbar grottige US-Romcom, die mit ein paar pittoresken italienischen Ansichten gespickt ist. „When in Rome
  • Die erste Künstler-Doku, die meint, sicherheitshalber im Titel sagen zu müssen, dass es sich beim Künstler um einen Künstler handelt. Spricht in meinen Augen für Gottfried Helnwein, um den es nämlich geht und gegen den Film. („Der Künstler Gottfried Helnwein„)
  • Ein Biopic mit Hilary Swank und Richard Gere über eine amerikanische Flugpionierin. Regie führte Mira Nair, die einst, 1988, mit „Salaam Bombay„, einem „Slumdog Millionaire“-Vorläufer bekannt wurde.  („Amelia„)

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Wo was überhaupt läuft, kriegt man wie immer am besten bei Moviepilot heraus. Ines Walk erstellt bei Filmzeit die nützlichsten Pressespiegel im deutschsprachigen Raum und Christoph Jochems versammelt akribisch Unmassen von hilfreichen Links bei Filmz.de.

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Und noch etwas, der Trailer von „La vida me mata“ von 2007, in dem die Hauptdarstellerin von „La Nana“, Catalina Saavedra, auch dabei ist. Sieht vielversprechend aus, auch wenn man kein Wort spanisch versteht. Oder gerade dann? Jedenfalls werden wir den Film wohl nie zu sehen bekommen.

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