Wer interessiert sich schon für Matratzen?

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Die seltsamen Filialen von Matratzenhökern haben mich schon lange gereizt. Visuell wie inhaltlich: Was sind das eigentlich für Läden, die mit Hunderten von brutal grellen Neonröhren werben? Oder mit Farben, die an Warnhinweise vor radioaktiver Strahlung erinnern? Wieso werden ausgerechnet Matratzen offenbar sehr erfolgreich auf riesigen Verkaufsflächen in speziellen Geschäften angeboten? Es gibt einige Lattenroste, auch Inkontinenzauflagen, doch sonst nur: Matratzen, Matratzen, Matratzen. In fast jeder deutschen Stadt.

Zusammen mit Helmut Ziegler bin ich dem Geheimnis der Schlafunterlagenverkaufsstätten nachgegangen. Überrascht haben wir festgestellt, dass es eigentlich nur zwei Ketten sind, die den Markt unter sich aufteilen: Matratzen Concord und MFO. Und dass beide aus dem Nichts vom selben Mann, einem Klaus Hartmann, aufgebaut wurden. Vor zehn Jahren hat der Matratzenkönig Concord an eine holländische Firma verkauft und macht dieser seither mit den MFO-Läden Konkurrenz. Die Firmenzentralen liegen 25 km voneinander entfernt. Zusammen verfügen sie bundesweit über mehr als 1200 Filialen.

Weder über die Branche und schon gar nicht über Klaus Hartmann gab’s bislang irgendwo etwas zu lesen. Fein, dachten wir, da kann man eine schöne Geschichte schreiben und fotografieren. Wir haben sie drei Blättern angeboten. Von einer Redaktion kam überhaupt keine Reaktion, von einer anderen eine Ablehnung („zu abwegig“) und von der dritten eine Mail, in der es – wörtlich und ohne Auslassungen – hieß:

„Vielen herzlichen Dank für Ihre Mail. Leider muss ich Ihnen schrieben, dass unser Votum gemischt ausfiel. Und das ist –  aller Erfahrung nach – keine gute Vorraussetzung  einen Kollegen. Insofern muss ich Ihnen leider abschreiben.“

Da ist uns für’s Erste die Lust vergangen. Wer uns vom Gegenteil überzeugen will: Gern.

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