Neu im Kino: Mörderische Mutterliebe

KW31

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Die Filmstarts vom 5.8.2010

Bong Joon-ho. Ein Name, den man kennen sollte, wenn man sich auch nur entfernt für Film interessiert. Ich konnte ihn mir bislang nicht merken, habe bei Bedarf von „dem Koreaner, der ‚The Host“ gedreht hat“, gesprochen. Sein Monsterfilm ist in jeder Hinsicht herausragend,  seine beiden früheren Filme, die ich gern jetzt sofort anschauen möchte, werden hoch gelobt. „Mother“, das jüngste Werk,  ist ein Mutter-Sohn-Drama und ein Kriminalfilm. Der Sohn ist geistig behindert und gerät unter Mordverdacht, die Mutter unternimmt wahnwitzige Anstrengungen um ihn zu schützen. Erzählt wird das „in abrupten Wendungen und verblüffenden Wechseln der Tonlage“; wie Ekkehard Knörer in der Taz schreibt, „mal ist es splatterhaft-blutig, dann bizarr und schlicht komisch“. Die Kritiker sind fast durchweg schwer angetan, nur einige wenige tun sich schwer mit der unkonventionellen Dramaturgie und dem frechen Genremix. Läuft sogar in der Kinoprovinz Hamburg vom ersten Tag an. Wer Interesse hat, sollte sich beeilen. Die einen werden vom Herkunftsland und von Untertiteln abgeschreckt, die anderen wollen keinen Film sehen, der „Mutter“ heißt und mit dem Namen Bong Joon-ho und jenen der Darsteller kann keiner etwas anfangen. Viele potentielle Zuschauer bleiben da nicht übrig.

„Mother“: Trailer | Pressespiegel | Links | Kinos

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Außerdem neu:

  • Eine Adam-Sandler-Komödie, in der offenbar erstaunlich wenig passiert. Ist auf eine „extrem unanspruchsvolle Art immer wieder sogar so etwas Ähnliches wie lustig“, wie wiederum Ekkehard Knörer im Perlentaucher schreibt. („Kindsköpfe„)
  • Ein spanischer Film über Liebe und Behinderung und Ressentiments. („Me Too„)
  • Ein anscheinend grottenschlechter „Mr. & Mrs. Smith„-Abklatsch. („Kiss & Kill„)
  • Die bedeutungstriefende Geschichte einer Profikillerin in Tokyo, gedreht von Isabel Coixet, die zuletzt diese geschmäcklerische Philip-Roth-Adaption verbrochen hat. („Eine Karte der Klänge von Tokio„)
  • Schnell noch ein „Freche-Mädchen“-Sequel, bevor die Luft raus ist. Meine Tochter, die altersmäßig gerade zur Zielgruppe aufgeschlossen hat, findet die bislang ungemein erfolgreiche Buchreihe, die den Filmen zu Grunde liegt, bereits „uncool“. („Freche Mädchen 2„)
  • Und noch ein Kinderfilm, ein deutsch-südafrikanischer, in dem es um Fußball, aber auch schwer didaktisch um soziale Missstände und um sexuelle Gewalt und um Aids am Kap geht. („Themba„)

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Wo was überhaupt läuft, kriegt man wie immer am besten bei Moviepilot heraus. Ines Walk erstellt bei Filmzeit die nützlichsten Pressespiegel im deutschsprachigen Raum und Christoph Jochems versammelt akribisch Unmassen von hilfreichen Links bei Filmz.de.

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Und noch etwas, die unvergessliche Szene aus „The Host“, in der das Monster seinen ersten großen Auftritt hat:

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Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik Ein Kommentar »

Eine Reaktion zu “Neu im Kino: Mörderische Mutterliebe”

  1. M.

    „Viele potentielle Zuschauer bleiben da nicht übrig“, außer ein paar durchgeknallten Kinoprovinz-Lesern und VC-Mitgliedern… Und von mir auch noch ein Dankeschön für den Beitrag über Frank Giering.