Peinliche Plakate (1)

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Wochenlang sah man bei uns im Viertel nur ein einziges Plakatmotiv, das dafür aber auch überall: das clean ausgeleuchtete Konterfei von Danial Ilkhanipour, dem rechten SPD-Kandidaten, der unter dubiosen Umständen Niels Annen die Direktkandidatur abgeluchst hat. Er selbst ist, wie seine Abbilder, auch überall gleichzeitig und verteilt fleißig Kugelschreiber und twittert dabei, eifrig und wohl dennoch vergebens darum bemüht, den überproportional tiefen Absturz der SPD in Eimsbüttel abzuwenden.

Vom Wahlkampf war ansonsten im Straßenbild nicht viel zu sehen, bundesweit geklebte Plakatmotive, gleich welcher Partei, kannte ich nur aus den Medien. Inzwischen ist die vertraute Plakatflut aber auch über unseren Stadtteil hereingebrochen, selbst einige Großplakate wurden aufgestellt. Von der SPD sieht man durchweg das oben abgebildete Plakat, das bei mir Schaudern vor tief empfundenem Fremdschämen auslöst. Die Anbiederei der einstigen Arbeiterpartei bei ihren verprellten Wählern wird durch Antatschen vor dem Hochofen visualisiert: Wie konnte eine solche Peinlichkeit sämtliche Kontrollinstanzen passieren?

Ist schon beeindruckend, mit welchem Ungeschick die willigen Trotz-allem-SPD-Wähler vergrault werden.

Die Kampagne stammt von der Agentur Butter, deren (erfolgreiche) SPD-Kampagne in Berlin 2001 noch von lustigen Plakaten wie diesem geprägt war:

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