Ebo Taylor – Unwiderstehliche Schnurrgrooves

EboTaylorLifeStories

Wieso kennt den keiner? Nicht mal einen Wiki-Eintrag gibt es, auch keine Diskografie bei Allmusic. Der ghanesische Gitarrist und Produzent Ebo Taylor hat in den Siebzigern ähnlich wie Fela Kuti traditionelle Elemente mit Funk gemischt. Letztes Jahr ist sein erstes Album seit Jahrzehnten, „Love and Death“, erschienen, das hat der mittlerweile 75-jährige mit der Afrobeat Academy aus Berlin eingespielt. Da war dann überall die Rede von dem „legendären“ Ebo Taylor. Dass er wirklich ein verblüffendes Werk geschaffen hat, lässt sich erst jetzt überprüfen: „Life Stories“ versammelt Aufnahmen von 1973 bis 1980, die teils von Soloalben und teils von unterschiedlichsten Nebenprojekten stammen.
Alle Stücke werden von durchgehend – wie geloopt – wiederholten Riffs bestimmt, die entweder von Bläsern oder vokal vorgetragen werden. Mit dem darunter ausgebreiteten Highlife- und Afrobeatrhythmen und der obligatorisch dazu flirrenden Orgel ergibt das unwiderstehliche Grooves, die endlos weiter schnurren könnten.
Taylors Gitarrenspiel bleibt meist dezent, setzt aber mit Wahwah-Sounds und Funkriffs deutliche Akzente. Und auch die Tracks, bei denen teils durchgängig nur zwischen gerade mal zwei Akkorden hin- und hergewechselt wird, sind viel zu schnell zu Ende. Die Entdeckung des Jahres. Jedenfalls für einen Funkfreund und Afrobeataficionado wie mich. Was soll da noch kommen?

EBO TAYLOR
Life Stories
(Strut STRUT072, Doppel-CD oder -LP, 16 Tracks, 99:11)

Musik 3 Kommentare »

3 Reaktionen zu “Ebo Taylor – Unwiderstehliche Schnurrgrooves”

  1. Matt

    Was für eine Entdeckung – ganz, ganz groß!

  2. Gunnar

    Zur Zeit klappert er Festivals in Europa ab. Vielleicht kommt er ja im Spätsommer noch einmal nach Deutschland …

    http://www.myspace.com/ebotaylor

  3. Andreas

    Gibt’s ja sogar günstig auf Vinyl – werde ich mir gleich zulegen.