Unfähige Freibeuter

 

Fünf Jahre lang haben die Animationsfilmer des britischen Aardmanstudio  an ihrem jüngsten Stop-Motion-Film gearbeitet und mindestens vier Jahre lang habe ich mich auf das Ergebnis gefreut. Regie bei „Die Piraten – ein Haufen merkwürdiger Typen“ führte Aardman-Gründungsvater Peter Lord („Chicken Run“) und Vorlage wie Drehbuch stammt von Gideon Defoe, dessen Piratenbücher mit pythonesken Blödeleien erfreuen. Es konnte also eigentlich nichts schiefgehen. Der Film wartet denn auch mit einer Schar fein ersonnener und designter Figuren auf, von dem unfähigen aber geltungssüchtigen Piratenkapitän über einen hinterlistigen Charles Darwin und dessen mittels Texttafeln sprechenden Affen bis hin zu Queen Victoria als das personifizierte Böse, liefert eine Unmenge an kleinen visuellen Gags und Anspielungen und dazu die ausgefeilste Animation, die es aus dem Studio in Bristol bislang zu sehen gab, inklusive veritablen Action-Szenen. Nur die Handlung, an der hapert‘s leider, sie hält leider zu viele Konventionen ein und all die hübschen Pointen und Spielereien nur unzureichend zusammen und so habe ich leider streckenweise doch mehr gähnen als lachen müssen. Wie schade.

 

(Geschrieben als Hans-Mentz-Impersonator für die Titanic)

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Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik 2 Kommentare »

2 Reaktionen zu “Unfähige Freibeuter”

  1. Thies

    Wirklich schade sowas zu hören. Aber ich wäre auch bei besserer Bewertung nicht bereit gewesen den 3D-Aufschlag für eine Kino-Karte zu zahlen. Ich hoffe also beim DVD-Start auf ein zumindest „Flushed away“ entsprechendes Vergnügen.

  2. Gunnar

    Das ist es allemal.

    Auf 3D hätte gut verzichtet werden können, der Effekt wurde weniger überzeugend eingesetzt als etwa bei „Coraline“, da schien mir Stop-Motion und 3D noch eine fast zwingende Kombination zu sein.