Alles aus Pappe

DemandEinige seiner Motive hat bestimmt jeder schon gesehen: Fotos von Räumen oder gar Landschaften, die schon auf den ersten Blick irgendwie künstlich und seltsam steril wirken. Thomas Demand baut mit Pappe und Papier fotografierte Wirklichkeit nach und fotografiert wiederum das Ergebnis. Die Modelle werden vernichtet, die Abilder der nachgebastelten Abbilder werden ausgestellt. (Und arschteuer verkauft.) So mag ich Kunst. Es gibt richtig was zu sehen, das leuchtet sofort ein und da wird nicht mit unmittelbaren visuellen Reizen gegeizt; Gedanken über die diversen Wirklichkeits-und Abbildungsebenen kann man sich jede Menge machen, kann man aber auch sein lassen. Wenn in der Neuen Nationalgalerie in Berlin nun lauter Motive versammelt sind, die mehr oder weniger bedeutsame Orte der jüngeren deutschen Geschichte zeigen, wird’s mir schon fast zuviel behauptete Relevanz, da hilft auch die ironische Betitelung „Nationalgalerie“ nüscht. Leider sind zu den Bildern eigens produzierte Texte von Botho Strauß gestellt, da dürfte vollends jede Leichtigkeit flöten gehen. Andererseits ist zwischen Barschels Badewanne und der Wolfsschanze immer noch Platz für die Bushaltestelle, in der die späteren Mitglieder von Tokio Hotel abgehangen haben. Bedeutungshuberei hin oder her, es lohnt sich auf jeden Fall, das anzugucken. Und Texte kann man in Ausstellungen ja einfach ignorieren. „Seine Ausstellung ist der Kunst-Hit des Jahres“, meint sogar die Bild Zeitung. Na dann.

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