Neu im Kino: vieles und doch nichts

Revanche

Von den Neustarts wird mich diese Woche keiner ins Kino locken, ich bleibe lieber zu Hause und schau mir vielleicht endlich „Revanche“ an, den österreichischen Neo-Noir von Götz Spielmann. Ab Freitag steht die DVD in den Läden und Videotheken. Wen’s interessiert, kann hier in der alten Kinoprovinz mein vorurteilsvolles Vorablob nachlesen.

Im Kino:

  • der neue Film von Theo Angelopoulos, für alle, die bedeutungsschwangeres Autorenkinogeraune zu schätzen wissen
  • eine Dokumentation der „Full-Metal-Village„-Regisseurin Sung-Hyung Cho über heimatlose Deutsch-Koreanerinnen
  • ein kleines Doppelfeature mit Filmen aus Kreuzberg, obskurerweise „Kreuzkölln“ betitelt, nach dem Norden Neuköllns also, wo keiner der Filme überhaupt spielt, bestehend aus einem Kurzfilm, „Moruk„, der recht sympathisch wirkt und einer Dokumentation, für die Filmstudenten Passanten am U-Bahnhof Schlesisches Tor angequatscht haben („Rough Cuts mit Haltung und Herz, wenn auch nicht immer mit Verstand“, schreibt Bernd Buder im Filmdienst)
  • eine unterirdische Highschool-Romcom (13% auf dem Tomatometer)
  • eine Romcom aus der Schweiz, die schwer nach Fernsehformat aussieht
  • ein wohl etwas betulicher deutsch-irischer Kinderfilm über ein Mädchen, ihren Vater und ein Seifenkistenrennen (Natália Wiedmann schreibt im Schnitt, dass die Inszenierung „in etwa so aufregend“ sei „wie ein Rollatorrennen über den Zebrastreifen“)
  • ein deutsch-dänischer Du-kannst-es-schaffen-Film über tanzende Regenwürmer, computeranimiert auf gewohnt niedrigem Euro-Niveau, mit allen großen zu oft gespielten Gassenhauern der Disco-Ära, also dem Material, das noch heute deutschen Hochzeits-DJs zum Quälen der Gäste dient; nur hat für die Rechte offenbar das Geld nicht gereicht, weshalb eigens eingespielte billige Coverversionen zum Einsatz kommen
  • eine Eddie-Murphy-Klamotte, in der eine Siebenjährige kraft ihrer Fantasien ihrem Papa, einem Anlageberater, zu guten Geschäften verhilft
  • eine türkische Gangsterkomödie, über die, wie üblich, nix herauszufinden ist; so sieht jedenfalls der Trailer aus
  • und natürlich die große Michael-Jackson-Resteverwertung, über die ihr alles Wissenswerte sicher lange gehört oder gelesen habt; am interessantesten finde ich den Trick mit der limitierten Laufzeit, ob die Methode wohl auch bei anderen Produktionen funktionieren würde?

Eine brauchbare Übersicht findet sich wie immer bei filmz oder Filmzeit; wo was überhaupt läuft, kriegt man am besten und schnellsten bei kino.de raus.

Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik 3 Kommentare »

3 Reaktionen zu “Neu im Kino: vieles und doch nichts”

  1. Andreas

    Schade, dass „Revanche“ erst ab morgen zu haben ist; wäre ja sonst eine schöne Wahl für heute Abend gewesen. Habe übrigens schon heute Morgen bei der Durchsicht der Filmstarts dieser Woche den dringenden Verdacht gehabt, dass keiner von denen Dir einen nennenswerten Kommentar oder gar eine Empfehlung wert wäre.

  2. Thies

    Ja, das Programm ist (was die Neustarts angeht) eher trostlos. Bei „I love you, Beth Cooper“ wundert mich, dass für so einen Schmarrn ein ehemaliger Top-Regisseur wie Chris Columbus verpflichtet wurde, der immerhin die (durchaus brauchbaren) ersten beiden Harry-Potter-Filme gedreht hatte. Der Trailer sieht so aus, als hätte er vorgehabt ein Remake seines Regie-Debüts „Die Nacht der Abenteuer“ vorgehabt, aber beim Schreiben des Drehbuchs leider vergessem Witz und originelle Einfälle mit einzubauen.

    Und der sehnsüchtig von mir erwartete „Thirst“ von Park Chan Wook läuft immer noch nicht in den Hamburger Kinos. Grrrrrr….

    Aber für alle Freunde von Martin Scorsese ein Hinweis: Freitag Abend läuft im Metropolis noch ein letztes Mal sein nicht durchweg gelungenes, aber trotzdem interessantes Remake von „Cape Fear“ im O-Ton. Sicherlich ein Wiedersehen wert.

  3. Gunnar

    „Thirst“ läuft ab nächste Woche im 3001. Ein Wiedersehen mit dem doof-diabolisch agierenden De Niro in „Cape Fear“ vermeide ich lieber …