Kollege Akin

Thomas Lindemann berichtet bei Welt.de über “auffällige Ähnlichkeiten” zwischen Fatih Akins neuem Film “Soul Kitchen” und dem Roman “Hotel Monopol” von Alexander Wall. Pikanterweise hat oder hatte Akin das Manuskript des Buches nachweislich in seinem Besitz, sagt aber trotzdem, alle Ähnlichkeiten seien “rein zufällig”. “Wenn du damit nicht klar kommst, wirst du mich wohl anklagen müssen, Kollege”, wird aus einer Mail Akins an Wall zitiert. Was für eine enttäuschende und ekelige Art, mit dem im Raum stehenden Vorwurf umzugehen. Vielleicht auch ein großer Fehler. Mal schauen, wie die Berichterstattung über den Weihnachten startenden Film dadurch beeinflusst wird. Lindemann meint, der Vorfall zeige auch, “wie sehr er (Akin) auf dem Weg ist, der neue deutsche Fassbinder zu werden.” Es könnte natürlich auch jemand drin erkennen, wie sehr er auf dem Weg ist, ein Riesenarschloch zu werden.

am 11. November 2009 um 20:56 Uhr | #
Hmm, merkwürdige Analyse. Wozu führt das im Ergebnis:
Wenn Dir jemand als kreative Berühmtheit ein Werk zur gefälligen Lektüre anbietet, kannst Du ihn eigentlich nur absnobben. Sonst kriegst Du später so einen Vorwurf wie jetzt Akin, wenn sich (zufällig?) irgendein Scheiß aus dem überlassenen Ding in Deinem eigenen Werk wiederfindet. Schwer, sich da korrekt zu verhalten. Nur eins ist klar: Hätte er das Manuskript nicht angenommen, wäre keine Story draus geworden.
Ich würde mal vermuten, dass Akin in Zukunft eher keine Bücher mehr von Fremden annehmen wird, sonst kriegt er eh wieder nur in die Fresse. Auch kein schönes Ergebnis.
Vielleicht können die beiden ja mal gemeinsam in eine Talkshow oder so und über die jeweiligen Werke sprechen? Oder eine Paartherapie? :-)
Wie auch immer: Zumindest dürfte sich Herr Wall über die Werbung für sein Buch freuen. Also, ich kaufe es mir sicher erst, nachdem ich den Film gesehen habe, sonst muss ich nach den Berichten ja jetzt fürchten, dass mir die Spannung für den Film flöten geht…
Cheerio, OlsensK
am 11. November 2009 um 22:40 Uhr | #
Die Übereinstimmungen in den von Lindemann aufgezählten Details gehen immerhin soweit, dass es schwer glaublich ist, dass das gänzlich unbewusst ins Drehbuch eingeflossen sein soll. Sieht dann schon eher nach gewiefter Kalkulation aus: Wir bedienen uns ein wenig, gehen aber weit über den Romanstoff hinaus; vermutlich gibt’s Gezeter, aber einen schwerwiegenden Plagiatsvorwurf kann uns keiner draus machen. Und der Wirbel hilft allseitig bei der Promotion, denn von der Aufmerksamkeit profitieren sie natürlich alle beide.
am 11. November 2009 um 23:04 Uhr | #
Hey, das ist es: Akin und Wallasch haben sich abgesprochen und machen gemeinsame Sache! Die Quote bei der jeweiligen Erlösbeteiligung würde mich allerdings brennend interessieren! :-)
Ich habe kürzlich – ohne den Film und das Buch gekannt zu haben, beim Mittagessen mit meinem Sohn die Panade von den Fischstäbchen gekratzt. Und er wollte sie dann nicht aufessen, weshalb ich Cocktailsauce drüber schütten wollte. Hatte keine da, also habe ich mir nach guter Hausfrauenart aus Ketchup und Majo eine selbst zubereitet. Hoffentlich verklagt mich Akin jetzt nicht!!!
am 11. November 2009 um 23:14 Uhr | #
Stell’s noch mal nach und lass diesmal eine Kamera mitlaufen. Und wenn das Filmchen dann bei youtube drinsteht sehen wir weiter …
(Sowas von frech gelogen: Dein Sohn hätte doch niemals zugelassen, dass man ihm die leckere Kruste wegnimmt!)
am 12. November 2009 um 02:07 Uhr | #
Meine Frau meint, der soll die Kruste nicht essen (ist gerade mal ein Jahr alt, der Kleine). Seitdem mag ich Fischstäbchen noch viel lieber, weil ich zu meinen immer eine Extraportion Kruste bekomme.
am 12. November 2009 um 10:06 Uhr | #
Lieber Olsensk (Kollege :-) )
Wenn in Deiner Datscha mal wieder der Strom abgestellt wird und deine Frau
Euren “Pott” in den Salat bröselt….dann dauert´s nicht lange und der Gerichtsvollzieher
steht vor der Tür und überreicht dir eine “Einstweillige”.
Schmeiß bloß Walls Buch vom Nachttisch…aus Sicherheitsgründen.
am 12. November 2009 um 11:36 Uhr | #
Ach so, meinst Du, sonst verklagt mich der Wall auch noch?
Mist. Ich dachte immer, lesen bildet!
am 12. November 2009 um 13:58 Uhr | #
Filme gucken auch…vor allem “Autorenfilme …KOLLEGE!! :-)
am 13. November 2009 um 13:34 Uhr | #
@fritz: Ich will nicht unhöflich sein, aber was meinst Du eigentlich dauernd mit “Kollege”?
am 13. November 2009 um 16:34 Uhr | #
Sehr geehrter Herr Olsensk, beachten sie bitte die Überschrift dieser Beiträge, und
errinnern sie sich in so fern an die Titulierung “kollege” durch Herrn Akin an besagten Autor,mithin ist es , so denke ich, satirisch zu betrachten…Kollege!
am 13. November 2009 um 17:19 Uhr | #
Ok, dann will ich auch Ihr Kollege sein.
am 13. November 2009 um 17:59 Uhr | #
Wundervoll,,,empfehle High Fidelity mit J.Cusack und…Man wird es nicht glauben
….Lina Braake von Sinkel,damit hätten wir dann alle Akins und Walls ad absurdum zu führen und könnten unseren Ü30 Hintern auf Odysee schicken…Kollege
am 13. November 2009 um 21:33 Uhr | #
Ja, ich bin so traurig wie ihr.
am 13. November 2009 um 21:34 Uhr | #
Wo bleibt eigentlich das Buch zum Film?
am 13. November 2009 um 22:22 Uhr | #
Ein “Buch vor dem Film” ist erschienen. Hier. Falls das kein Witz ist und wir es hier tatsächlich mit dem Autoren von “Hotel Monopol” zu tun haben, verrate uns doch mal, ob sich in den letzten Tagen nach der Berichterstattung noch was getan hat. Oder herrscht jetzt Funkstille?
Und was hälst du von dem Film, mal abgesehen vom Ärger, der damit verbunden ist?
am 13. November 2009 um 23:15 Uhr | #
Stell Dir einen Nachrichtensprecher mit ‘nem Korken im Mund vor.
Und lass Dir dann mal das wichtigste vom Tage erzählen.
Dann weißt Du ungefähr, was eine Einstweilige Verfügung bedeutet.
Andererseits bin ich noch froh, das ich ihn nur im Mund habe.
Andere tragen die Dinger im Arsch spazieren, als wären sie vom NABU:
http://www.wathlingen.de/agenda/kranich.pdf
am 13. November 2009 um 23:21 Uhr | #
“Und was hälst du von dem Film, mal abgesehen vom Ärger, der damit verbunden ist?”
Korrekt gute Unterhaltung. Wenn er auch auf mich mitunter etwas vorhersehbar wirkt.
am 13. November 2009 um 23:37 Uhr | #
“Wie auch immer: Zumindest dürfte sich Herr Wall über die Werbung für sein Buch freuen”, steht oben im ersten Kommentar. Vermutlich ist es im Amazonranking nicht pfeilschnell nach oben geklettert, aber ein wenig positive Wirkung auf den Verkauf wird’s wohl haben, oder? Tröstet vielleicht ein wenig über Korken, wo auch immer die stecken, hinweg. Ich hatte weder vom Titel noch vom Autoren oder dem Verlag vorher je gehört und bin schon mal sehr neugierig geworden. Und da bin ich sicher nicht der Einzige.
am 14. November 2009 um 09:29 Uhr | #
“aber ein wenig positive Wirkung auf den Verkauf wird’s wohl haben, oder?”
Nicht wirklich, nein. Das glauben viele, ist aber nicht so.
Ein Sprung von 150.000 auf meinetwegen 5.000 im Amazon-ranking wird schon von
3-4 verkauften Büchern ausgelöst. Aber darum geht es auch nicht. Das hat das HH Abendblatt übrigens gut auf den Punkt gebracht: “Es geht um fucking korrekt sein.”
am 14. November 2009 um 13:47 Uhr | #
Ich bin mal gespannt auf das erste Interview, in dem Kollege Akin nach der Sache gefragt wird.
am 16. November 2009 um 11:53 Uhr | #
Sehr geehrter Herr Wall, wenn Sie das wirklich sind.
In zahlreichen Artikeln ist zu lesen, Sie hätten gar nicht behauptet, mit dem Soul Kitchen sei Ihr Roman verfilmt worden. Ist das so? Warum schreiben Ihnen die Anwälte von Akin das dann? Das macht doch keinen Sinn?
Der Begriff der “Ähnlichkeit” ist sicherlich sehr dehnbar, aber die vorgenannte Aussage hätte ja schon etwas Substanzielles. Das würde die Berichterstattung in ein anderes Licht rücken, denke ich.
Vielleicht können Sie uns in diesem Punkt weiterhelfen.
am 16. November 2009 um 19:03 Uhr | #
“In zahlreichen Artikeln” – das scheint mir dann doch etwas übertrieben.
“Sie hätten gar nicht behauptet, mit dem Soul Kitchen sei Ihr Roman verfilmt worden. Ist das so?” Ja.
“Warum schreiben Ihnen die Anwälte von Akin das dann?” Da müsste ich ebenso spekulieren wie sie. Will ich aber nicht mehr.
am 17. November 2009 um 14:53 Uhr | #
17 November 2009
Wie aus Hanna Schygulla Adam Bousdoukos wurde
Fatih Akin und seine Produktionsfirma Corazón weisen darauf hin, dass es bereits 2003/4 erste Drehbuchfassungen des Films ‘Soul Kitchen’ gegeben habe. Schon deshalb könne der Film nicht auf Alexander Wall(asch)s Roman ‘Hotel Monopol’ beruhen. Seltsam nur: Wie man im Spiegel-Archiv nachlesen kann, war ‘Soul Kitchen’ im August 2004 noch als Film über eine Barpianistin konzipiert. D i e Hauptrolle sollte Hanna Schygulla spielen.
Posted by Ingo Niermann at 1:26 PM 0 comments Links to this post
am 17. November 2009 um 18:39 Uhr | #
Hier noch der passende LINK:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,313475,00.html
am 25. November 2009 um 22:25 Uhr | #
Akin gegen Wallasch
Freitag, 27.11.2009, 10 Uhr
Landgericht Hamburg
Sitzungsraum B335
Sievekingplatz 1
20355 Hamburg
am 26. November 2009 um 17:42 Uhr | #
[...] Scharfrichter: Akin gegen Wallasch Freitag, 27.11.2009, 10 Uhr Landgericht Hamburg Si… [...]
am 27. November 2009 um 21:12 Uhr | #
Weiß jemand hier, wie die Sache vor Gericht ausgegangen ist??