Selber schuld!

Ich habe es Euch ja gesagt, ihr habt was verpasst: sehr sehr schönes Konzert! Was für ein cooler Hund, der Tony Allen! Alles war bis ins letzte clever durcharrangiert und optimiert für die Tourband, die – abgesehen von einem linkischen Gitarristen – erstklassig aufgespielt hat. Vor allem ist Orobiyi Adunni, die schon auf dem Album prominent auf vier Stücken vertreten ist, eine großartige Sängerin, die offensiv mit Einzelnen im Publikum geflirtet hat, unter vollem Körpereinsatz. Robert Crumb wäre in Ohmacht gefallen. Ihr Interesse galt allerdings ausschließlich weiblichen Konzertbesuchern …

Die Bläser waren nur zu zweit, bleiche Franzosen, saugut. Der Trompeter hat eine Riesenshow veranstaltet und kurz mal demonstriert: White man can dance! Ein Freund, der meinem missionarischen Eifer nachgegeben hatte, meinte nachher, ein so beeindruckendes Konzert habe er seit Jahren nicht mehr gesehen.

Die erste Ansage Allens, nach zwei ewiglangen Stücken: „I have no time to talk to you now, we just groove on, I talk to you later, o.k.?“ Das tat er nachher dann wirklich. Erklärte den Text von „Celebrate„: „This is about celebration. Not celebration because of something special, like – what’s it called? – christmas, no, celebration of everyday life. I mean you wake up in the morning, realize, that you are still there, and: celebrate. You have breakfast, go to work, do your groceries, go to bed, get up in the next morning and: celebrate. You can call this my philosophy, if you want to, this is my message to you.Take it or leave it.“ Und ab ging’s.

Zur Erinnerung: In Frankfurt und in Köln stehen noch zwei Konzerte aus. Die Matinee in Köln wird vom Funkhaus Europa am 6.12. um 12:00 Uhr hier live übertragen.

Hier noch ein Filmchen, in dem der Meister Tim Jonze, dem Musikredakteur des Guardian, ein wenig Unterricht gibt. Dann lass ich Euch auch in Ruhe.

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Aber wo wir schon bei Konzerten sind: Die verblüffend guten Imitatoren von James Brown und seinen J.B.s, Osaka Monaurail aus Japan, touren gerade durch Europa und spielen heute, am 3.12. in Berlin, morgen in Hamburg und am 5.12. wieder in Berlin. Ist Retro pur, aber ganz sicher spannender als ein Museumsbesuch. Und solange uns keiner Zeitreisen in die frühen Siebziger anbietet, nehmen wir, was wir kriegen können.

Ist auch hübsch anzuschauen:

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