Stuss und Stop-Motion

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Ein Zeichentrickfilm mit Schauspielern und Marionetten? Offensichtlicher Schwachsinn, diese Nachricht. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet im Feuilleton der FAS, wo gemeinhin auch oder sogar gerade die kurzen Meldungen und „kleinen Meinungen“ mit größter Sorgfalt ausgesucht und fein formuliert werden, keinem das aufgefallen ist und niemand mal eben nach „Project Chopin“ gegoogelt hat.

Verbreitet hat den Stuss ursprünglich AFP. Tatsächlich ist nicht einmal eine der widersprüchlichen Aussagen korrekt: es handelt sich um einen Film ohne Zeichentrick, ohne Schauspieler und ohne Marionetten. Stattdessen ist es eine Stop-Motion-Produktion, also Puppentrick, so wie „Wallace & Gromit“ oder „Coraline“. Hier ist ein Teaser-Trailer:

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Eine Form der Animation, die in diesen digitalen Zeiten überraschenderweise quicklebendig ist. Eine solche Flut abendfüllender Stop-Motion-Filme gab es noch nie. Ich freue mich zum Beispiel schon sehr auf die Roald-Dahl-Verfilmung von Wes Anderson. Bei uns startet „Der fantastische Mr. Fox“ leider erst im Mai. Den Trailer bette ich hier nicht für Euch ein, da dieser, ganz im Gegensatz zum fertigen Film, in den USA höchst skeptisch aufgenommen wurde. Ist wohl gaaanz schlechte Werbung.

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Gar nicht in unsere Kinos schaffen es voraussichtlich „Mary and Max“ vom großartigen Adam Elliot, „Panique au village“ und „$9,99„, nach Kurzgeschichten von Etgar Keret. Sehr sehr schade, scheinen sie doch alle drei in höchstem Maße sehenswert zu sein. Müssen wir eben auf die DVDs warten.

Lang Lang ist übrigens tatsächlich an „Project Chopin“ beteiligt, wenn er auch keine „Hauptrolle“ übernimmt: Er spielt – Überraschung! – Klavier.

Kinoprovinz – Vorurteile statt Filmkritik 3 Kommentare »

3 Reaktionen zu “Stuss und Stop-Motion”

  1. Das Trio

    Ich fand den Trailer zu Fantastic Mr. Fox toll, was dann ob der mal wieder unverständlich langen Zeit zwischen den Kinostarts zu großer Enttäuschung aber viel Vorfreude führte, wobei letztere durch die tollen Kritiken aus den englischsprachigen Ländern nochmal stark gewachsen ist.

  2. Gunnar

    Ich mag die komischen und grotesken Kinderbücher von Roald Dahl, ich mag den spinnerten Kosmos von Wes Anderson und war sehr gespannt. Der Trailer hatte meine Erwartungen dann etwas gedämpft. Und nicht nur meine. Die enthusiastischen Reaktionen, nachdem der Film dann draußen war, hörten sich ganz anders an. In 23 Ländern startet der Film, der deutsche ist bislang der allerletzte Starttermin in der Liste.

  3. Thies

    Erstaunlicherweise waren die Roald Dahl-Verfilmungen der letzten 20 Jahre durchgehend von sehr guter Qualität. Ich denke da nur an „James und der Riesenpfirsich“ von Henri Selick, „Matilda“ von Danny de Vito und (einer meiner Lieblingsfilme) „Hexen hexen“ von Nicolas Roeg. Hoffen wir mal, das die Serie nicht abreisst.